Archive for the ‘Zwischenspiel’ Tag

Inhaltsverzeichnis statt Zeitplan

Vor ein paar Tagen flog per Twitter ein feiner Beitrag aus dem empfehlenswerten Blog Coachingzonen-Wissenschaft von Jutta Wergen mit dem Titel Schreib-Ziel-Plan für die Dissertation ein. Ein solcher Plan soll Orientierung beim Schreiben bieten und die Motivation fördern, wenn es denn zu Schwierigkeiten mit der Schreiblust kommen sollte. „Eine Promotion dauert immer länger als gedacht“, schreibt Wergen und weiter: „Es scheint dazuzugehören, dass ein Zeitplan in der Promotionsphase nicht eingehalten werden kann“. Wie recht sie hat! Und wie demotivierend das für mich ist, selbst mit dem Wissen, dass es anderen Schreibenden ebenfalls so ergeht. Als ich vor ein paar Jahren den Zeitplan für meine Arbeit erstellte, sah das im Exposé sehr schick aus. Dann grätschte das Leben dazwischen und der Plan war im Eimer. Also, ging ich in die Verlängerung und erstellte dafür einen neuen Plan. Der fängt an zu wackeln… Puk up’n Balken – zum Teufel mit den Plänen! Nichts demotiviert, ja hemmt mich geradezu, mehr als ein Zeitplan, auf dem ich immer sehe, was ich nicht geschafft habe.

Also habe ich im Dezember 2018 begonnen, alle Pläne hinzuschmeißen und in einer Tabelle aufzuschreiben, was ich schon erledigt habe. Und siehe da, ein Satz reiht sich an den anderen, ein Abschnitt folgt dem nächsten und ein Kapitel wächst wie das andere. Ich habe in einem halben Jahr mehr geschafft, als in vielen Jahren zuvor und finde diese Umkehr unglaublich.

Im willkürlich gewählten Abstand von drei Monaten maile ich meinem Chef ungefragt einen Satz mit dem Stand der Dinge und die Übersicht der geschafften sowie noch zu bearbeitenden Kapitel. Ha, ha, doch wieder ein Plan, denkt Ihr vielleicht? Nein, die Tabelle heißt schlicht und ergreifend Inhaltsverzeichnis.

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Kein Zugriff: Konrad Jacobs (1976)

Update 23.04.2019: Artikel erhalten. Die Angaben zum Original sind im (Sekundär-)Beleg leider nur teilweise richtig.

In verschiedenen Foren wird von Studierenden regelmäßig nach dem richtigen Umgang mit Sekundärzitaten gefragt. Meistens heißt es als Begründung, die Originalquelle sei nicht zu beschaffen und jedesmal denke ich nur kurz: Hmm… Weiterlesen

Alle Quellen mit Seitenzahlen belegen

Als ich vor langer Zeit einen Artikel in Gemeinschaftsarbeit verfasste, unterschieden sich die Abschnitte der Co-Autoren von meinen Absätzen formal durch die Angabe bzw. die fehlende Angabe von Seitenzahlen bei indirekten Zitaten (Paraphrasen). Zu jenem Zeitpunkt hatte ich mir irgendwie angewöhnt, generell und überall die Seitenzahlen hinter Autoren und Jahresangaben zu klatschen, damit ich die Textstelle im Ernstfall Weiterlesen

Zweifel ohne Ende

Vor einiger Zeit sehe ich sie zum ersten Mal vor meinem Flötenraum: Eine junge Frau, die auf ein Kind aus der Klasse wartet und in der Pause mit der Lehrkraft redet. Elterngespräch, denke ich, und kümmere mich um meinen Unterricht. Nach ein paar Wochen frage ich mich, warum die Mutter ständig in die Schule bestellt wird, weil sie Stunde für Stunde dort wartet. Weiterlesen

Völlig losgelöst II

Zweite Strophe

„… Die Erdanziehungskraft ist überwunden
Alles läuft perfekt, schon seit Stunden
Wissenschaftliche Experimente
Doch was nützen die am Ende Weiterlesen

Mal wieder weg vom Fenster mit Blick auf den See

Das vierte Jahr meiner Forschungszeit beginnt mit einer Pause. Nicht, dass ich mir diese Auszeit leisten könnte. Sie dient auch nicht der Erholung von einer Tätigkteit, wie es die Definition im Herkunftswörterbuch verspricht. Weiterlesen

Öffentliches Schweigen

August 2016. In diesem Jahr verzichtete ich erstmals auf die traditionelle Sommerfrische zu Hause an der Ostsee und blieb stattdessen nur wenige Tage in McPomm. Ich hatte in Regensburg aus der Bibliothek schon einen Berg Bücher bestellt und wollte in den Ferien mal so richtig ungestört forschen. Weiterlesen

Halbzeit

So, Freunde der gepflegten Forschung, es ist Zeit für eine Zwischenbilanz, denn in zwei Jahren soll ich mein Hobby offiziell leider schon wieder beenden. Es hatte bisher erstaunlich viel Ähnlichkeit mit Sport und Musik. Die Auswertungsmethode Grounded Theory beispielsweise musste ich regelrecht trainieren. Jeden Tag mehrere Stunden codieren üben – egal, wie viel Arbeit beruflich und privat anfällt, egal ob Feiertag oder Ferien. Für die Analyse des ersten Interviews brauchte ich zB mehrere Wochen, doch die Zeit an sich habe ich zunächst gar nicht als größtes Problem wahrgenommen. Weiterlesen

Völlig losgelöst

Fazit: Sing alone please Fragen wie: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“, „Wie kommst Du voran?“, „Welche Ergebnisse hast Du herausgefunden?“ oder „Gab es schon eine Krise?“ lassen sich, gut durchdacht und eloquent formuliert, mit einem schlichten „Mhmm“ beantworten. Weiterlesen

Die Sache mit den Daten

Stille Wasser sind tief – und stille Blogs? An der Oberfläche sieht es so aus, als wäre hier seit fünf Wochen nichts passiert. In den Untiefen des Tagebuchs finden sich allerdings 15 Beiträge über die Auswertung der Fragebogen aus der zweiten Vorrunde. Nach einer kleinen Diskussion auf G+ (danke an Axel Krommer und Oliver Tacke für die Denkanstösse) hatte ich mich schnell entschieden, diese Artikel vorerst (wieder) unsichtbar für die Öffentlichkeit abzulegen. So richtig zufrieden bin ich mit diesem Entschluss jedoch nicht. Das hat drei Gründe und unlängst gaben mir sieben Stunden auf einer vollgestopften Autobahn die Gelegenheit, darüber nachzudenken. Manchmal vergesse ich einfach, dass alles nur ein Spiel ist. Weiterlesen

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