Archive for the ‘Audit’ Tag

Leitfaden Versionen

Während heute mein Unterricht wegen Evakuierung der Schule und Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg flöten geht, nutze ich die unverhoffte Zeitzugabe für die Ablage von zwei Versionen des Leitfadens für Dozierende zum Einsatz von Spielen in der Vorlesung. Nachdem die Handlungsanleitung aus den Ergebnissen der bisherigen Untersuchung abgeleitet wurde, konnte er nach einer internen Prüfung durch Mitglieder unserer Forschungsgruppe überarbeitet werden. Die erste Version vom 10. März 2016 (hier) stellte die Grundlage für das externe Audit durch fünf Dozierende verschiedener Hochschulen und Fachrichtungen dar. Ziel dieser Überprüfung war ein Praxistest der Handlungsanleitung. Allerdings konnte die Umsetzung dieses Vorhaben bisher lediglich mit zwei Dozierenden in einer Vorlesung durchgeführt werden. Da sich aber in Workshops und per Mail die Anfragen nach Bereitstellung des Leitfadens häufen, habe ich mich zur Veröffentlichung der aktuellen, vorläufigen Fassung in diesem Blog entschieden (hier). Über Fragen und Anregungen zum Leitfaden oder Erfahrungen im Umgang mit der Handlungsanleitung und den Einsatz von Spielen in der Vorlesung freue ich mich jederzeit. Bei „sachgemäßer“ Anwendung sollten Hörsaalspiele zu einer Bombenstimmung im Hörsaal führen – selbstredend im übertragenen Sinn.

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Externes Audit II.

Vor zwei Jahren habe ich mit Simone aus unserer Forschungsgruppe playgrouphd darüber nachgedacht, wie wir die Produkte unserer Arbeit für die Praxis prüfen lassen können (hier). Inzwischen haben wir den Weg des Externen Audits verfeinert, den ich am Beispiel meiner Handlungsanleitung beschreibe: Der „Leitfaden für den Einsatz von Spielen in der Vorlesung“ wurde auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse verfasst (Produkt t1) und anschließend in einem Internen Audit von Mitgliedern der Forschungsgruppe diskutiert. Auf der Basis der analysierten und dokumentierten Ergebnisse des Internen Audits wurde der Leitfaden verändert (Produkt t2). Dozierende verschiedener Hochschulen, mit und ohne Erfahrung mit Spielen in der Vorlesung, erhielten daraufhin den modifizierten Leitfaden zur Beurteilung mit Blick auf die praktische Durchführung (Externes Audit). Die Analyse und Dokumentation der Ergebnisse dieses Externen Audits führte zu weiteren Änderungen des Leitfadens (Produkt t3). Der Leitfaden wurde daraufhin einem Praxistest unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass der Umgang mit dem Leitfaden von den Dozierenden in der Praxis flexibel gehandhabt wird, indem die Lehrenden selbständig Anpassungen der Vorschläge aus der Handlungsanleitung an die eigene Vorlesung vornehmen. Der Idealfall ist erreicht. Das folgende Schema stellt den Prozess des gesamten Audits dar:

Audit Grafik 170207

Vergleich der Audits

In den Interviews 18 bis 21 wurden vier Dozierende nach ihrer Meinung zum Leitfaden für den Einsatz von Spielen in der Vorlesung befragt (Zusammenfassung mit Kategorien und Subkategorien hier). Die Lehrenden aus verschiedenen Fachrichtungen und Hochschulen verfügen über Vorlesungserfahrung von 20 bis 40 Semestern. Die Gruppengröße der Lehrveranstaltungen variiert stark zwischen einem und 180 Studierenden. Weiterlesen

21_IP_18_Doz12: Audit 4 – Die Theorie nicht vor dem Praxistest loben

Die bisherigen Audits führte ich in der Hoffnung durch, neben Erkenntnissen zum Leitfaden auch Dozierende (Doz) mit der Bereitschaft zur Durchführung von Spielen in der Vorlesung zu finden. So ein Praxistest der Handlungsanleitung wäre das Sahnehäubchen der Untersuchung, um eventuelle Schwachstellen zu finden, die in der Theorie möglicherweise übersehen wurden. Die Suche nach Testpersonen, die auch noch meinen Kritierien entsprechen sollten, war eine leidige Angelegenheit. Doz 9 wollte beispielsweise mit einem Hörsaalspiel seine Studierenden nicht bloßstellen, Doz 10 führte lediglich zwei Vorlesungen im Semester durch und bei Doz 11 wäre die Organisation (zB Beobachtung und Interview im Anschluss an die Lehrveranstaltung) unverhältnismäßig aufwändig gewesen. Ich wollte die Sache schon dem Hund geben, als mich der glückliche Zufall ereilte und meiner Arbeit eine schöne Wendung gab. Ein Hoch auf Simon Roderus und die Playgroup Heidelberg! Ich bekam also eine Mail von der zukünfigen Interviewperson (IP) und vor zwei Monaten durfte ich ein weiteres Gespräch zum Leitfaden mit Aussicht auf vier (!) Erprobungstermine mit anschließenden Interviews führen. Weiterlesen

20_IP17_Doz11: Audit 3 – Keine Negativwerbung

Kontext. Die Interviewperson (IP) lehrt an einer Universität (§§2;18) im Fach Kieferorthopädie (§2) und verfügt über langjährige Lehrerfahrung von 32 Semestern (§§12;14). Die Gruppengröße der Vorlesungen umfasst ca. 50 Studierende (§44). Die IP engagierte sich lange Zeit in der Lehrplankommission des Bundesministeriums (§120), da demnächst die Lehre reformiert werden soll (§152). Der derzeitige Stopp der Lehrplanerneuerung durch das Ministerium (§120) führt jedoch bei der IP zum Verlust des Engagements in der Kommission (§120). Bemerkenswert ist, dass es zwar einen Lehrplan vom Bundesministerium gibt (§28). Es wird aber nicht kontrolliert, ob der Lehrplan von den Dozierenden umgesetzt wird (§30). Trotzdem hält sich die IP pflichtbewusst an die Vorgaben, jedoch in der Gewissheit, dass die Vorlesungen nicht immer gut bei den Studierenden ankommen (§26). Die Dozierenden gestalten die Vorlesungen an der Hochschule eigenverantwortlich und die IP stellt gestiegene Ansprüche an diese Art der Lehrveranstaltung fest (§144). Die Durchführung von Spielen in der Vorlesung fällt zunächst nicht auf, wenn bereits in Seminaren Spiele eingesetzt wurden (§144). Die Hochschule lobt regelmäßig einen Lehrpreis aus, den die IP wiederholt gewonnen hat (§146). Hochschulleitung und Kollegium reagieren äußerst positiv auf Spiele in der Vorlesung (§144). Weiterlesen

19_IP16_Doz10 (2): Audit 2 – Ausgewogene Kritik und konstruktive Anregungen

Kontext. Die Interviewperson (IP) verfügt über langjährige Lehrerfahrung von 20 Semestern (§4), ist methodisch experimentierfreudig (§36i) und an einer gewinnbringenden Vorlesung für alle Studierenden interessiert (§92). Die IP hat (Rollen-)Spiele in der eigenen Ausbildung erfahren, die ihr immer sehr gefielen (§90). Aus der methodischen Erfahrung, dass Übungen theorielastig sind und die Praxis zu lange Feebackschlaufen hat (§62), entwickelt die IP eigene Spiele (§36c), indem sie z.B. einen kreativen Umgang mit Spielvorlagen pflegt (§36f). Daraus folgt eine abwechslungsreiche Gestaltung der Vorlesung mit Übungen und Spielen (§6) sowie die Illustration theorielastiger Themenblöcke (§94). Die genannte Entwicklung eigener Spiele (§36c) unterstreicht neben weiteren Merkmalen (hier) den Status der IP als Experte für das Audit. Weiterlesen

Int19_IP16_Doz10 (1): Ein Profi unter Experten

Nach dem ersten Audit (hier) musste ich den Expertenbegriff von Leo Roth (1977) genauer definieren, weil mir „Dozenten“ allein nicht mehr ausreichend für meine Fragestellung erschien. Die zukünftigen Expertinnen und Experten sollten nun neben didaktischen Kenntnissen auch verschiedene Methoden in ihren Vorlesungen anwenden und als Sahnehäubchen einen Hauch von Spielerfahrung besitzen. Solche Experten zu finden, dauert natürlich. Nach vier Monaten Suche traf ich jedoch auf einen Profi, der diese Ansprüche mehr als erfüllen konnte. Der Expertenstatus dieser Interviewperson (IP) trägt z. B. folgende Kennzeichen: Weiterlesen

Int18_IP15_Doz9: Das erste Audit

Vor mehr als einem Jahr fand am 30. März 2016 das erste Audit zum Leitfaden für den Einsatz von Hörsaalspielen statt. Das 18. Experteninterview wurde ebenfalls mit der Grounded Theory ausgewertet. Weiterlesen

Externes Audit

Neben dem ersten Zwischenbericht, für den ich immerhin ein ganzes Semester verbraten musste und dessen Anfertigung Heine von Alemann (1977) „Elend des Bericht-Schreibens“ (S. 152) nennt, dem ich aber nicht ganz zustimmen kann, habe ich auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse auch einen Leitfaden für Spiele in Vorlesungen erstellt, der von Lehrenden an Hochschulen geprüft werden sollte. Weiterlesen

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