Archive for the ‘Zwischenspiel’ Category

Zweifel ohne Ende

Vor einiger Zeit sehe ich sie zum ersten Mal vor meinem Flötenraum: Eine junge Frau, die auf ein Kind aus der Klasse wartet und in der Pause mit der Lehrkraft redet. Elterngespräch, denke ich, und kümmere mich um meinen Unterricht. Nach ein paar Wochen frage ich mich, warum die Mutter ständig in die Schule bestellt wird, weil sie Stunde für Stunde dort wartet. Weiterlesen

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Völlig losgelöst II

Zweite Strophe

„… Die Erdanziehungskraft ist überwunden
Alles läuft perfekt, schon seit Stunden
Wissenschaftliche Experimente
Doch was nützen die am Ende Weiterlesen

Mal wieder weg vom Fenster mit Blick auf den See

Das vierte Jahr meiner Forschungszeit beginnt mit einer Pause. Nicht, dass ich mir diese Auszeit leisten könnte. Sie dient auch nicht der Erholung von einer Tätigkteit, wie es die Definition im Herkunftswörterbuch verspricht. Weiterlesen

Öffentliches Schweigen

August 2016. In diesem Jahr verzichtete ich erstmals auf die traditionelle Sommerfrische zu Hause an der Ostsee und blieb stattdessen nur wenige Tage in McPomm. Ich hatte in Regensburg aus der Bibliothek schon einen Berg Bücher bestellt und wollte in den Ferien mal so richtig ungestört forschen. Weiterlesen

Halbzeit

So, Freunde der gepflegten Forschung, es ist Zeit für eine Zwischenbilanz, denn in zwei Jahren soll ich mein Hobby offiziell leider schon wieder beenden. Es hatte bisher erstaunlich viel Ähnlichkeit mit Sport und Musik. Die Auswertungsmethode Grounded Theory beispielsweise musste ich regelrecht trainieren. Jeden Tag mehrere Stunden codieren üben – egal, wie viel Arbeit beruflich und privat anfällt, egal ob Feiertag oder Ferien. Für die Analyse des ersten Interviews brauchte ich zB mehrere Wochen, doch die Zeit an sich habe ich zunächst gar nicht als größtes Problem wahrgenommen. Weiterlesen

Völlig losgelöst

Fazit: Sing alone please Fragen wie: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“, „Wie kommst Du voran?“, „Welche Ergebnisse hast Du herausgefunden?“ oder „Gab es schon eine Krise?“ lassen sich, gut durchdacht und eloquent formuliert, mit einem schlichten „Mhmm“ beantworten. Weiterlesen

Die Sache mit den Daten

Stille Wasser sind tief – und stille Blogs? An der Oberfläche sieht es so aus, als wäre hier seit fünf Wochen nichts passiert. In den Untiefen des Tagebuchs finden sich allerdings 15 Beiträge über die Auswertung der Fragebogen aus der zweiten Vorrunde. Nach einer kleinen Diskussion auf G+ (danke an Axel Krommer und Oliver Tacke für die Denkanstösse) hatte ich mich schnell entschieden, diese Artikel vorerst (wieder) unsichtbar für die Öffentlichkeit abzulegen. So richtig zufrieden bin ich mit diesem Entschluss jedoch nicht. Das hat drei Gründe und unlängst gaben mir sieben Stunden auf einer vollgestopften Autobahn die Gelegenheit, darüber nachzudenken. Manchmal vergesse ich einfach, dass alles nur ein Spiel ist. Weiterlesen

Eine kleine Versuchung

In meinen Osterferien durfte ich drei Tage lang Dozenten und Studenten der Pädagogischen Hochschule (PH) Heidelberg begleiten, um an Vorlesungen teilzunehmen und Experteninterviews zu führen. Es wurde eine Sammlung von erstaunlichen Eindrücken, deren Verarbeitung immer noch anhält. Das fing schon bei der Vorbereitung an: Anfragen wurden prompt beantwortet und Zusagen zuverlässig eingehalten. Erfahrungsgemäß ist das nicht für alle Dozenten selbstverständlich. Ebenso ungewöhnlich, zumindest aus schulischer Sicht, erschien mir die Erlaubnis, bereits in der ersten Woche des Semesters in verschiedenen Lehrveranstaltungen hospitieren und Befragungen durchführen zu dürfen. Didaktisch gesehen war es jedoch ein geschickter Schachzug, denn wenn gleich in der ersten Vorlesung des Studentendaseins ein Spiel in die Lehre einbezogen wird, ist es später im Vergleich zu anderen Methoden nichts Besonderes mehr. Mir fällt grade auf, dass dies ein Widerspruch in sich ist, den ich jetzt nicht lösen kann.
Überblick: Der erste Tag begann mit einer Vorlesung in den frühen Morgenstunden. Zu dieser Zeit macht sich die kleine Hexe erst mal einen Kaffee. Dafür war ich allerdings viel zu aufgeregt, denn in der Lehrveranstaltung von (hier würde ich gerne einen Namen einfügen, dann ist es aber nicht mehr anonym, blöde Zwickmühle!) sollte ein Hörsaalspiel gespielt werden. Von zehn bis 14 Uhr hatte ich die Gelegenheit, den PH-Betrieb ein wenig kennen zu lernen. Zwei Dinge sind mir dabei besonders aufgefallen: Der freundliche Umgangston sowie die Hilfsbereitschaft der Studenten. Man muss sich das so vorstellen: Vor einiger Zeit erhielt ich den Zugang zum PH-Netz, mit dem ich noch nicht viel anzufangen wusste. Die Bedeutung wurde mir klar, als ich nun in einem Raum mit vielen, nein, sehr vielen PCs saß und an einem dieser Geräte arbeiten durfte. Einloggen ging noch, dann war Ende Gelände! Zu meinem Glück gab es einen Tutor, der nichts weiter zu tun hatte, als auf Fragen zu warten. Naja und davon hatte ich schließlich mehr als genug. Ein weiteres Beispiel ist Lehramtsstudentin Janna Spannagel, mit deren Unterstützung ich die restlichen Fragebogen für meine Untersuchung vorbereiten konnte.
Am Nachmittag hatte ich schließlich noch mein erstes Experteninterview. Das war die Wucht in Tüten und ich bin gespannt, ob die Interviewperson (IP) noch zu toppen ist (IP – auch hier wäre der Name angemessen, aber leider nicht anonym)!
Der zweite Tag war ebenfalls ziemlich aufregend. Um zehn Uhr begann die zweite Vorlesung, in der ein Hörsaalspiel gespielt wurde. Weiter ging es im Stundentakt: Um 13 Uhr das zweite Interview und um 14 Uhr ein Termin in der Graduate School der PH. Anschließend einen kleinen Abstecher zur Hochschulbibliothek und danach fand eine Nachbesprechung zur Vorlesung und zum Interview mit der IP statt. Bemerkenswert fand ich dabei die Übereinstimmungen und Unterschiede bzgl. der Wahrnehmung und Verbesserung von Hörsaalspiel und Interviewsituation zwischen der IP und mir.
Am Abend hätte ich endlich etwas Zeit gehabt, mir mal die Stadt Heidelberg anzusehen. Leider war ich so neugierig auf die Antworten in den Fragebogen, dass ich die halbe Nacht mit Lesen der studentischen Meinungen zum Thema Hörsaalspiele auf den Zetteln verbracht habe.
Den letzten Tag begann ich damit, den Leitfaden für das Experteninterview zu überarbeiten, bis ich um 14 Uhr die Möglichkeit hatte, an einer dritten Vorlesung samt Hörsaalspiel teilzunehmen. Fragebogen austeilen und einsammeln klappte inzwischen wie im Schlaf. Wie auch bei den ersten zwei Veranstaltungen habe ich die Atmosphäre im Hörsaal als sehr angenehm empfunden.
Abschließend durfte ich das dritte Experteninterview durchführen, dieses Mal mit modifizierten Leitfragen.
Nach diesem kleinen Überblick widme ich mich in den nächsten Beiträgen einigen Details aus den Beobachtungen der Vorlesungen, Interviews und Fragebogen sowie dem Hörsaalspiel. Der erste Eindruck hat mich nämlich sehr überrascht und ich bin gespannt, was sich in den Daten und Beobachtungsprotokollen noch alles versteckt.

 

Zwischenspiel #7 – Das Spiel im Lied

„… das Leben ist ein Spiel.
Und wer es recht zu spielen weiß,
gelangt ans große Ziel“ (Quelle).
Silvesterhit oder nicht, die letzte Strophe der deutschen Fassung („Nehmt Abschied, Brüder“, s. o.) klingt unheimlich verlockend und so freue ich mich jetzt einfach ‚mal sakrisch auf das Jahr 2014! 
In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen Mitlesenden und Kommentatoren für ein schönes, gemeinsames Blogjahr mit dieser spielerischen Liedversion von den Toten Hosen : http://youtu.be/QIHxecNO–E.

Zwischenspiel 6 – Playground #3

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Zum dritten Mal in diesem Jahr treffen sich die Mitglieder der Playgroup in Heidelberg zum Gedankenaustausch über ihre Forschungsprojekte, kurz: Games. Jeder präsentiert dort sein Vorhaben und anschließend wird darüber diskutiert. Nun gehören Vorträge noch nicht zu meinen Spezialstrecken und auch inhaltlich wäre es momentan nicht unbedingt erforderlich, mich in dieses „Unbehagen“ zu stürzen. Aus drei Gründen habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, die „Hörsaalspiele“ zu präsentieren (Folien hier; die Vorbereitung erfolgte auch mit Unterstützung aus dem Vortrag „Visualisierung in Präsentationen. Warum und wie?“). Erstens vermute ich, dass man „vortragen“ durch vortragen lernen kann. Zweitens habe ich eine Frage, deren Beantwortung mir bei der Entwicklung weiterer Spiele für die Vorlesung helfen könnte. Dafür ist es wichtig, den Zuhörern meine bisherigen Überlegungen kurz und verständlich mitzuteilen. Das will ich mit dem Vortrag üben und in der wohligen Atmosphäre der Playgroup kann Übung sogar lustig werden. Den dritten Grund fand ich glücklicherweise erst heute in dem Vortrag  „Forschung muss Spaß machen!“ von Christian Spannagel. Dort heißt es, dass zum Wissenschaftlichen Arbeiten eben auch das Präsentieren gehört (Folie 3). Manchmal ist es ganz gut, nicht alles sofort zu wissen. 😉

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