Archive for the ‘Vorträge’ Category

Playground #6: Spiel‘ mir das Lied vom Code

Die Reise war eine Ochsentour. Am Freitag nach dem Unterricht fuhr ich von Stau zu Stau nach Heidelberg, um gerade noch rechtzeitig zum Nachtisch mit Christian, Christian und Christian aus der Playgroup HD aufzulaufen. Weiterlesen

Hörsaalspiele an der TU Braunschweig

Sie haben es einfach drauf! Nach einer verregneten Fahrt in den stürmischen Norden und einer ruhelosen Nacht traf ich kurz vor Beginn des Workshops Oliver Tacke und Christian Spannagel, die auf mich erstaunlich entspannt und fröhlich wirkten. Olli organisierte bereits hingebungsvoll die Grundlage für eine angenehme Atmosphäre und zwar in der gleichen sorgfältigen Art, wie er bereits seit Wochen hervorragend alle anderen Vorbereitungen für diese Veranstaltung traf. Herzlichen Dank dafür! Christian präparierte inzwischen den Raum für das Party Game (spannend fand ich die Auflösung: Bis zum Schluss war nicht klar, welche Gruppe gewinnt. Erst der letzte Auftrag führte zu einem Unentschieden) und hatte tatsächlich noch die Nerven, sich über ein Wunderwerk der Technik zu freuen. Tut mir leid, ich muss hier raus! Weiterlesen

Playground #5 – Es waren zwei Königskinder

Schon die Vorbereitung machte verdächtig viel Spaß und langsam beginne ich, auch die Situation selbst zu mögen. Okay, das lag vielleicht daran, dass ich unfallfrei, d. h. ohne vom Stuhl zu klatschen oder ein Kabel auszureißen, durch meine zehn Minuten gekommen bin. Einen Vortrag zu halten kann man also lernen und besonders günstig wirkt sich für mich die Zuhörerschaft aus. Weiterlesen

#GMW14

Die gute Nachricht zuerst: Der Kopf ist noch ‚dran! Insgesamt wurde die Jahrestagung Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft an der PH Zürich vom 1. bis 4. September 2014 unter der organisatorischen Leitung von Klaus Rummler sogar viel besser, aufregender und spannender als ich vermutete. Dabei fing alles so fürchterlich an wie immer: Ich landete in einem Raum voller fremder Menschen und machte auf dem Absatz kehrt! Wieder draußen, sah ich schon von weitem Timo van Treeck. Er hat sich wohl etwas über meine überschwängliche Begrüßung gewundert. Aber das war mir in diesem Augenblick herzlich egal – ich hatte endlich einen Menschen gefunden, den ich, Twitter und Facebook sei Dank, kannte! Weiterlesen

Hörsaalspiele im Flipped Classroom

Die ganze Sache fing Ende Januar diesen Jahres mit dem Vorschlag von Christian Spannagel an, ein Paper über Hörsaalspiele bei der GMW14 einzureichen, um den Begriff zu erklären. Verstanden hatte ich an diesem Satz damals: Mal kurz und knapp etwas über (den Begriff) Hörsaalspiele schreiben. Das hielt ich für eine gute Idee, außerdem schreibe ich gern. Janna war auch sofort dabei und es dauerte nur ein paar Minuten, bis mir die ersten Fragen durch den Kopf schossen: Weiterlesen

Playground #4 – Alle Spiele haben Ziele

Am Wochenende treffen sich die Mitglieder der Play Group HD zum vierten playground, um sich gegenseitig Projekte, Ergebnisse und Vorgehensweisen vorzustellen und darüber zu diskutieren. Die Vorbereitung auf meinen Vortrag (Folien hier) hat mir wieder viel Spaß gemacht. Jetzt gilt es nur noch, diese Freude auf die Zuhörer zu übertragen. Das klingt so einfach… Bisher dachte ich, meine Abneinung gegenüber Präsentationen sei eine bekloppte Eigenart von mir. Seit dem letzten Treffen der Play Group HD aber habe ich mich mit einigen Lehrern ganz allgemein über Vortragssituationen unterhalten und siehe da: Keiner von ihnen hält gerne Vorträge vor Experten. Wie kommt das bloß? – Jedenfalls dauert mein Vortrag knapp zehn Minuten und je nach Stimmung baue ich ein Spiel ein. Damit will ich testen, ob ein Spiel während meiner Darstellung für mich zu einem Mittel werden kann, um dem Gespenst „Rede“ den Schrecken zu nehmen.

Zwischenspiel 6 – Playground #3

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Zum dritten Mal in diesem Jahr treffen sich die Mitglieder der Playgroup in Heidelberg zum Gedankenaustausch über ihre Forschungsprojekte, kurz: Games. Jeder präsentiert dort sein Vorhaben und anschließend wird darüber diskutiert. Nun gehören Vorträge noch nicht zu meinen Spezialstrecken und auch inhaltlich wäre es momentan nicht unbedingt erforderlich, mich in dieses „Unbehagen“ zu stürzen. Aus drei Gründen habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, die „Hörsaalspiele“ zu präsentieren (Folien hier; die Vorbereitung erfolgte auch mit Unterstützung aus dem Vortrag „Visualisierung in Präsentationen. Warum und wie?“). Erstens vermute ich, dass man „vortragen“ durch vortragen lernen kann. Zweitens habe ich eine Frage, deren Beantwortung mir bei der Entwicklung weiterer Spiele für die Vorlesung helfen könnte. Dafür ist es wichtig, den Zuhörern meine bisherigen Überlegungen kurz und verständlich mitzuteilen. Das will ich mit dem Vortrag üben und in der wohligen Atmosphäre der Playgroup kann Übung sogar lustig werden. Den dritten Grund fand ich glücklicherweise erst heute in dem Vortrag  „Forschung muss Spaß machen!“ von Christian Spannagel. Dort heißt es, dass zum Wissenschaftlichen Arbeiten eben auch das Präsentieren gehört (Folie 3). Manchmal ist es ganz gut, nicht alles sofort zu wissen. 😉

Ein Vortrag – zwei Situationen

Manche Menschen lassen einfach nicht locker. Das sollte mich eigentlich nicht wundern, weil ich in einigen Dingen selber so lange frage, bis ich eine Antwort bekomme. Andererseits gibt es Situationen, die ziemlich hässlich sind oder einfach so grässlich erscheinen, dass man über sie am liebsten den Mantel des Schweigens legen würde. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man ein Vorhaben öffentlich im Blog ankündigt (hier). Es geht um die Frage: Wie war denn nun der Vortrag? Hmm, inhaltlich wohl kaum zu beanstanden, weil die Fakten natürlich von weisen Wissenschaftlern stammen. Der Hinweis (hier), die erste Version zu überarbeiten, war Gold wert, wofür ich @dunkelmunkel sehr danke. Trotzdem hab‘ ich die Sache zumindest einmal gründlich versemmelt.

Vor genau zwei Wochen hielt ich den Vortrag zum ersten Mal. Seit dieser Zeit denke ich darüber nach, was genau dabei schiefgelaufen ist. Die Zuhörer waren, soweit ich das mitbekommen konnte, wohlwollend aufmerksam. Inzwischen denke ich, dass letztlich ausgerechnet darin das Problem bestand. Je länger ich redete, um so leiser wurde es im Raum. Das sollte sich doch jeder Vortragende wünschen, oder? Und, was passiert mir? Ich fühlte mich plötzlich zwanzig Jahre zurückversetzt in eine Zeit voll mündlicher Prüfungen. Mit allem ‚drum und ‚dran: Einer Sprechstimme, die teilweise nicht mehr trägt, zumal in falscher Tonlage, zitternden Händen, hochrotem Kopf und anderen Kleinigkeiten. Kurz: Es war die Hölle! Die anschließende Diskussion war allerdings äußerst hilfreich, insofern hat sich jede Peinlichkeit gelohnt. Die Fragen der Zuhörer erinnerten mich etwas an ein Zitat von Maslow (hier) und just in dem Augenblick wusste ich, dass dieses Thema zu meinem Weg gehört.

Der zweite Versuch, meine Gedanken vorzustellen, fand ein paar Tage später vor der Play Group HD statt (Folien hier). Da es nicht schlimmer werden konnte als beim ersten Mal, war ich zwar einigermaßen aufgeregt, jedoch ohne die oben beschriebenen Anzeichen. Vielleicht lag das an der vormittäglichen Uhrzeit? (Morgens kann man mir alles verkaufen.) Oder daran, dass es nicht so unheimlich still im Raum war? Ich habe keine Ahnung, wo ich die Ursache suchen soll. An die Diskussion konnte ich mich schon am Abend nicht mehr erinnern. Trotzdem bin ich durch die Hilfe der Gruppe an dem Punkt angekommen, endlich das Gelesene der letzten Monate zu sortieren und aufzuschreiben.

Was lehrt mich das? Natürlich weiß ich aus dem Unterricht, dass inhaltlich gleiche Stunden in verschiedenen Gruppen anders ablaufen können. Der eigene Anteil daran wurde mir jedoch noch nie so deutlich bewusst. Die Erfahrung, dass der erste Vortrag den Bach ‚runter ging, rief bei mir ein wenig die nun-ist-es-auch-schon-egal-Stimmung hervor. Wenn ich also offensichtlich nicht gut vor anderen Menschen reden kann, dann sollte ich es ‚mal besser mit schreiben probieren. Dafür tauche ich nun vorübergehend unter…

Spielplan III: RU

Denken ist der Himmel auf Erden. Gedanken zu veröffentlichen, kann die Hölle sein. Eine einzige Frage im Kommentar zum letzten Beitrag hat gereicht, um mir eine unglaubliche Widerspenstigkeit vor Augen zu führen: „Warum machst Du es nicht?“ (hier). Gehört hatte ich diese Frage in genau solchen Zusammenhängen schon oft, gelesen noch nie. Der besagte Kommentar war wichtig, denn er zeigte mir deutlich, dass ich in dieser Beziehung noch genau so wenig anschmiegsam bin wie vor Jahrzehnten – das ist keine schöne, aber immerhin eine Erkenntnis. Also nahm ich mir vor, den Plan zu ändern und möglichst ohne Irritationen auszukommen.

Das erste Forschungskolloquium des aktuellen Sommersemesters fand in dieser Woche statt. Mit dem Kommentar im Kopf wurde mir dabei schlagartig klar, dass ich die Gastfreundschaft der Gruppe auf keinen Fall auf’s Spiel setzen will. Jetzt geht mir allerdings der Eimer auf Grundeis. Und das liegt einzig und allein an der klassischen Version des Vortrages (hier)…

Zwischenspiel 5: RU

Der geistige Notstand trat früher als erwartet ein. Deshalb habe ich mich freiwillig aus meinem wohligen Studierstübchen heraus zu einem Vortrag als Gast im Forschungskolloquium vor ca. 20 Experten der Schulpädagogik, Mathematikdidaktik und Physik einteilen lassen. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man andere Menschen nur dann verbal berieseln sollte, wenn man inhaltlich etwas zu sagen hat. Jetzt aber brauche ich eine möglichst neutrale Rückmeldung, um zu entscheiden, ob und wenn ja, wie es mit den „Hörsaalspielen“ weiter gehen kann. Was bedeutet das? Neutral ist in diesem Fall jeder, der das Thema noch nicht kennt bzw. in diesem Blog nicht intensiv mitliest. Davon kann ich bei der o. g. Gruppe ausgehen. Für den Vortrag sind 20 Minuten eingeplant und der inhaltliche Aufbau sollte dem Schema einer wissenschaftlichen Arbeit folgen. Das geht schon ‚mal gar nicht, so lange ich mehr Fragen als Antworten habe. Ich werde deshalb an dem Termin keine klassische Rede halten, sondern einige meiner Fragen stellen und erwarte die geballte Kompetenz der Fachleute in Form von Antworten.

Auf dem Titelbild wird üblicherweise das Thema vorgestellt. Ich habe mich zunächst für eine Warnung an mich entschieden. Sie soll unter den  Anwesenden Verwirrung stiften und ich habe nicht vor, das Zitat ungefragt zu kommentieren.

HD11

Ich kann will nicht anders, als das auszuprobieren, was ich über Hochschuldidaktik gelesen habe. Deshalb fange ich mit einem Gedankenspiel an.

HD22

Die Zuhörer haben einen langen Arbeitstag an der Uni hinter sich und einige von ihnen werden sich vielleicht an meinen Vortrag über „Weblogs“ vor etwa einem Jahr erinnern. Der fuhr damals die Kritik „sehr emotional“ ein und auch aus diesem Grund frage ich per Folie:

HD33

Die Auswertung mit der entsprechenden Technik könnte so aussehen:

HD44

Was die Konsequenzen betrifft, so sind die Alternativen besonders interessant: Was muss passieren, damit sich die eine Hälfte der Teilnehmer mindestens genau so gut fühlt wie die andere? Warum ist es überhaupt so wichtig, sich bei einem Vortrag wohl zu fühlen?

HD55

Bisher habe ich das Vortragsthema nicht genannt. Es steht in einem internen Forum, zu dem alle Teilnehmenden Zugang haben.

HD66

Die Auswertung könnte so aussehen:

HD77

In der Konsequenz bedeutet das, sich vorher genau zu überlegen, welche Frage ich beantwortet haben will. Letztlich fällt aber auch die dritte Kategorie („mir egal“) unter den Begriff #Freiwilligkeit, um nicht zu sagen #Freiheit.

HD88

Die Experten sollen sich nun an einen Vortrag erinnern, den sie entweder selber gehalten oder dem sie zugehört haben und der mindestens 60 Minuten gedauert hat.

HD99

Ich will nun wissen, was sie daran besonders gut bzw. schlecht fanden.

HD1010

Beispiele für mögliche Antworten:

HD1111

Natürlich interessiert mich, welche Ideen die Zuhörer haben, um evtl. die Situation in in der Vorlesung zu ändern.

HD1212

Sicher stimmen ihre Antworten mit den Vorschlägen anderer Experten überein. (Auf der Folie sind zu viele Informationen. Das wird sich nicht nur optisch rächen, wenn bei der Veranstaltung auf dem Bildschirm alles durcheinander fliegt…):

HD1313

Die „echten“ Antworten auf diese Frage kann ich kaum erwarten:

HD1414

Hier schon mal die Hälfte einer Expertenauskunft:

HD1515

Falls jemand bei Folie 11 noch gelacht hat, …

hd1616

Wenn es richtig ist, was in den Büchern steht, müssten noch alle Zuhörer wach sein und mitdenken können/wollen. Meine Frage ist nun, wie die Kreativität der „anderweitig beschäftigten“ Hälfte genutzt werden kann. Die Aktivitäten „sich unterhalten“ und „telefonieren“ aus der vorigen Folie greife ich „studierendenzentriert“ auf und will sie verbinden. Wer telefoniert, hat ein Handy mitgebracht und unterhält sich. Wie können die Geräte der Studenten in der Lehrveranstaltung zur Unterhaltung genutzt werden? Warum soll die Unterhaltung unbedingt per Handy stattfinden? Schließlich könnten z. B. die Antworten von den Folien 3 und 6 auch per Handzeichen oder Fragebogen ermittelt werden.

HD1717

Die Lehrveranstaltungen der Experten werden überwiegend von jugendlichen Teilnehmern besucht und damit stellt sich auch die Frage, was die Studierenden von einer Vorlesung erwarten.

HD1818

Aber, was ist das Besondere bei dem Einsatz von z. B. Handies in der Vorlesung? Der Reiz liegt in der Freiheit der anderen! Die Studierenden können den Dozierenden anonyme Rückmeldungen geben und ihnen ohne die Angst, sich vor hunderten Mithörern zu blamieren, mitteilen, wie das werte Befinden ist oder die Lösung einer Aufgabe lautet.

HD1919

Geht’s noch? Aber, ja doch! An dieser Stelle könnten sich die Zuhörer nämlich fragen, warum sie einerseits ständig an die Studierenden denken sollen und andererseits niemand ihre Situation berücksichtigt. Worin besteht die Gemeinsamkeit von Lehrenden und Lernenden auf der ganzen Welt?

HD2020

Der kleinste gemeinsame Nenner (ja, ich weiß, dass es sich dabei nun um einen Bruch handelt), den ich gefunden habe, ist:

HD2121

Mit anderen Worten:

HD2222

Das glaubt mir keiner? Eine Karte hab‘ ich noch im Ärmel:

HD2323

Irgendwie ist das hier ‚grad wie im Spiel „Luftmatratze“. Kaum hat man ein Stück davon unter Wasser, hüpft die andere Seite hoch wie ein Delphin. Nur gemeinsam mit anderen würde sich die Luma vollständig untertauchen lassen. Das passt gut zur nächsten Frage, die ich am liebsten mit „alles – und noch viel mehr“ beantworten würde, aber, ich kann mich für heute beherrschen:

HD2424

Aus Spaß erlaube ich mir ein paar weitere Fragen, denn man kann das Spiel nicht ernst genug nehmen.

HD2525

Ausgerechnet bei der Pädagogik ist dann erst mal Schluss mit lustig:

HD2626

Richtig bitter wird es bei den letzten Fragen. Die scheinen per Blog nicht leicht beantwortbar zu sein und betreffen z. B. die Themen Redlichkeit bzw. Theorie und Praxis in der Wissenschaft.

HD27

27

Nach dem Vortrag beginnt die Diskussion. Es ist einerseits ein Risiko, wenn ich gleich am Anfang gegen die Regeln im gewohnten Ablauf verstoße. Andererseits ist es für mich eine Chance, endlich Antworten zu bekommen.

%d Bloggern gefällt das: