Archive for the ‘Vorlesung’ Category

Vergleich Beobachtungsprotokolle: Huizinga auf der Spur

Mannmannmann! Die „Entdeckung“ der drei Phasen von Hörsaalspielen (hier) war ja schon ziemlich aufregend, aber der Vergleich der Beobachtungsprotokolle ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer! In neun Beobachtungen (davon sieben mit Hörsaalspiel) gibt es nur zwei Gemeinsamkeiten: Das Fach (Mathematik) und das störungsfreie Verhalten der Studierenden während der Durchführungs- bzw. Spielphase der Hörsaalspiele. Weiterlesen

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BP_9_VL_14: High Noon

Diese Vorlesung zur Mittagszeit mit weit über 100 Zuhörenden verlief methodisch sehr abwechslungreich und in ruhiger, fast schläfriger Atmosphäre. Das finde ich erstaunlich, weil viele der Studierenden oft durch essen, trinken, Handynutzung und Gespräche abgelenkt waren sowie insgesamt 22 Mal der Raum während der Lehrveranstaltung betreten oder verlassen wurde (s. Abb. 1). Erschien mir diese Zahl anfangs noch als sehr hoch, so ist sie „runtergerechnet“ auf eine Teilnehmerzahl von 20 Studierenden wohl eher im heutigen „Normalbereich“ anzusiedeln. Weiterlesen

BP_8_VL_13: Standortwechsel

Dieses Beobachtungsprotokoll sah am Anfang inhaltlich gar nicht gut aus. Während der Analyse gab es jedoch ein „Nebenprodukt“ in Bezug auf das Verhalten der Studierenden.
Die Lehrkraft wartet zu Beginn der Vorlesung zwei Minuten auf absolute Ruhe. In dieser Zeit sind viele Studierende mit ihrem Handy beschäftigt, jemand spielt ein Spiel auf dem Laptop und eine Person betritt den Hörsaal. Weiterlesen

BP_7_VL_8: Eine krasse Theorie

In dieser Vorlesung wurden zweimal Ermüdungserscheinungen bei den Studierenden während der ansonsten konzentrierten Arbeitsatmosphäre beobachtet. Zuerst nach 30 Minuten herzhaftes Gähnen sowie 45 Minuten nach Beginn der Lehrveranstaltung mehrfach verstecktes Gähnen. Die Vorlesung wurde in beiden Fällen fortgesetzt. Das führte zu Ablenkungen im Verhalten der Studierenden, wie z. B. Fingernägel begutachten, Haare richten, Raum verlassen und wieder betreten, Handy nutzen, essen und trinken. Weiterlesen

BP_6_VL_6: Die fröhlichen Selbständigen

Auf den ersten Blick ähnelt der Ablauf der Vorlesung in diesem Beobachtungsprotokoll (BP) dem vorigen sehr (hier). Auf den zweiten Blick gibt es jedoch schon wieder kleine Entdeckungen: 1. Störungen treten nur vor und/oder nach dem Spiel auf. Die Spielphase selbst bleibt störungsfrei. Mit Störung ist hier gemeint, dass z. B. Studierende den Hörsaal während der Vorlesung betreten oder verlassen. Große Unruhe würde ebenso als Störfaktor der Lehrveranstaltung zählen. Jetzt wäre natürlich im Vergleich aller Protokolle interessant, ob das Spiel in den anderen Vorlesungen ebenfalls störungsfrei verlief. Weiterlesen

BP_5_VL_5: „Spielchen brauch‘ ich nicht!“

Komisch, dass mir das erst jetzt auffällt: Hörsaalspiele lassen sich offensichtlich in drei Abschnitte gliedern. In die Vorbereitungsphase fallen alle Tätigkeiten, die für die Durchführung des Spiels notwendig sind. Dazu gehören beispielsweise Gruppen einteilen, Spielregeln erklären, Aufgaben entwickeln oder Spielmaterial verteilen. Die Durchführung könnte auch Spielphase genannt werden, aber der Begriff soll vorerst zweitrangig sein. Letztlich werden in der Phase der Nachbereitung die Tätigkeiten ausgeführt, die das Spiel beenden. Dazu gehört z. B. Punktetabelle auswerten oder Spielmaterial einsammeln. Das klingt ziemlich logisch und ist wahrscheinlich allgemein bekannt. Für mich stellt diese Dreiteilung jedoch insofern eine Erkenntnis dar, als dass ich die Unterteilung im Spiel bisher gar nicht wahrgenommen habe und nur auf den Unterricht bezogen kannte. Diese Parallele ist wirklich seltsam. Nein, eigentlich finde ich das ziemlich cool, weil ich endlich auch mal für mich etwas Neues „entdeckt“ habe. *Honigkuchenpferdgrinsen*

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BP_4_VL_4: Die nahezu Perfekte

„Entdeckungen sind das Ziel der Grounded Theory“ (Strauss/Corbin, 1996, S. 152), aber der Augenblick des Erkennens ist schon ziemlich krass im Verhältnis zur gesamten Analysearbeit. Jedenfalls brauchte ich mehr als einen Blick auf das mit Auffälligkeiten dünn besiedelte Beobachtungsprotokoll der Vorlesung, um festzustellen, dass ich mich selten so über ein „Nichts“ gefreut habe wie in dieser Beobachtung. Interessant ist nämlich, was zu dem „Nichts“ führte. Weiterlesen

BP_3_VL_3: Hilfe und Beispiel von Dozierenden

Die gute Nachricht zuerst: Es waren kaum nennenswerte Probleme während des Spiels und in dieser Vorlesung zu beobachten. Die schlechte Nachricht: Das Protokoll erscheint mir noch nicht sehr ergiebig, ist aber immerhin für eine Codierübung geeignet.

Kontext der Vorlesung: Es handelt sich um eine gamifizierte Vorlesung im Fach Mathematik mit mittlerer Gruppengröße (49 Studierende) und Hörsaalspiel. Die Atmosphäre veränderte sich von ruhig am Anfang der Vorlesung über gut vor dem Hörsaalspiel bis locker nach dem Hörsaalspiel. Weiterlesen

BP_1_VL_1: Kompetenzen der Dozierenden

„Obwohl ein Anfänger eigentlich nicht erwarten kann, ‚große‘ Entdeckungen zu machen, kann ein Forscher dennoch mit ausreichend harter Arbeit und Ausdauer Beiträge zu seinem Interessensgebiet leisten“ (Strauss & Corbin, 1996, S. 39f.). Nach diesem Zitat ist zumindest in dieser Hinsicht Entspannung angesagt: Ich muss als Anfänger nix entdecken. Das erleichtert meine Übungen mit den Codierverfahren ungemein. Witzig finde ich, dass sich die Daten z. B. eines Beobachtungsprotokolls mit systematischer Analyse ganz anders lesen, als wenn man nur so landläufig darüber berichtet (hier oder hier). Der Rahmen der Vorlesung bleibt zwar gleich (Fach, organisatorische Besonderheiten, kleine Gruppengröße, technische Störung sowie Durchführung eines Hörsaalspiels), aber die einzelnen Beobachtungen bekommen eine neue Bedeutung. Weiterlesen

Probleme sind zum Lösen da*

Das Problem bahnte sich seit einiger Zeit und von mehreren Seiten an: Meine erste Interviewperson nannte es einen „zweigeteilten Hörsaal“ und in vielen Spielen wird eine Teilung in Gruppe A und B vorgenommen (hier). Ebenso entdeckte ich während der Auswertung der Ergebnisse aus dem aktuellen Fragenbogen, dass Studierende einerseits schreiben: „Man muss nichts sagen“ bzw. dass es weniger auffällt, „wenn man noch gar nichts […] gesagt hat“. Andererseits bemängelten sie, dass an einem Hörsaalspiel „nicht alle gleichermaßen beteiligt“ waren. Weiterlesen

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