Archive for the ‘Spielpläne’ Category

Spielplan III: RU

Denken ist der Himmel auf Erden. Gedanken zu veröffentlichen, kann die Hölle sein. Eine einzige Frage im Kommentar zum letzten Beitrag hat gereicht, um mir eine unglaubliche Widerspenstigkeit vor Augen zu führen: „Warum machst Du es nicht?“ (hier). Gehört hatte ich diese Frage in genau solchen Zusammenhängen schon oft, gelesen noch nie. Der besagte Kommentar war wichtig, denn er zeigte mir deutlich, dass ich in dieser Beziehung noch genau so wenig anschmiegsam bin wie vor Jahrzehnten – das ist keine schöne, aber immerhin eine Erkenntnis. Also nahm ich mir vor, den Plan zu ändern und möglichst ohne Irritationen auszukommen.

Das erste Forschungskolloquium des aktuellen Sommersemesters fand in dieser Woche statt. Mit dem Kommentar im Kopf wurde mir dabei schlagartig klar, dass ich die Gastfreundschaft der Gruppe auf keinen Fall auf’s Spiel setzen will. Jetzt geht mir allerdings der Eimer auf Grundeis. Und das liegt einzig und allein an der klassischen Version des Vortrages (hier)…

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Spielplan II

Nachtrag 17.03.13:  Kaum hatte ich mich von den Emotionen verabschiedet, tauchen die Gefühle in der Diskussion zum Beitrag „Was (de)motiviert dich in Lehrveranstaltungen?“ im Blog von Oliver Tacke wieder auf. Davon abgesehen sind dort auch andere interessante Eindrücke von Studierenden zu lesen und ich hoffe, es kommen dort noch viele Meinungen hinzu.

Seit Beginn diesen Jahres umkreise ich das Thema Hörsaalspiele mit dem Ziel, mir einen Überblick zu verschaffen (hier). Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich mit dieser Zufallsmethode im Kreis bewege. Mit anderen Worten: Ich habe ein Karussell, das nicht rund läuft. Aus diesem Grund muss das weitere Vorgehen systematisch geplant werden. Um im Bild zu bleiben: Auf jeden Spielplatz gehört ein Klettergerüst!

Das Fundament dieses Gerüstes soll aus Menschenbild und Positiver Pädagogik bestehen. Oft habe ich von lernerzentriertem Unterricht gelesen und zu oft in lehrerzentrierten Vorlesungen gesessen. Dieser Widerspruch müsste anhand von Fakten belegt und aufgelöst werden. Im Thema wird nun darauf hingewiesen, was in meiner Suche bisher wenig Beachtung fand. Es geht um die Lehr-Lern-Forschung bzw. Lerntheorien. Vorläufig formuliert heißt es:

Hörsaalspiele – Spielend lernen in der Vorlesung?

In der Einleitung soll begründet werden, warum Menschenbild und Positive Pädagogik die Grundlage der Arbeit bilden. Warum ist es so wichtig, die Studierenden zu motivieren, wenn sie sich freiwillig für das Studium entschieden haben? Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichte der Universität (hier). Schon im 16. Jahrhundert sollen Preisaufgaben sowie Wettstreit zur Motivation und Leistungssteigerung der Studenten eingesetzt worden sein (Burkhard & Weiß, 2008, S. 55). Das wäre ein guter Anknüpfungspunkt.

Warum sollen Dozenten in ihren Vorlesungen mit den Zuhörern kommunizieren? Reicht es nicht, wenn sie einfach eine Fülle von Stoff vorlesen, die Studenten damit nach Hause schicken und am Ende des Semesters fragen, welches Wissen vorhanden ist? Schließlich wurde das schon immer so gemacht! Ich vermute, dass genau in diesem Satz der Hund begraben liegt. Lehrer lernen von ihren Lehrern. Daraus folgt jedoch nur die Produktion von Ebenbildern. Abweichungen von der Norm werden als Störung wahrgenommen, aber nicht als Möglichkeit einer Entwicklung gesehen.

In einem theoretischen Teil soll logischerweise der theoretische Rahmen einer Arbeit dargestellt und daraus die Forschungsfrage/n abgeleitet werden. Neben Lern- und Lehrtheorien winken hier Motivations- und Kommunikationstheorien sowie die Spielwissenschaft mit dem Zaunpfahl. Die Frage ist, ob das Thema damit nicht ausufert? Andererseits halte ich es für sinnvoll, eine Verbindung zwischen den Theorien zu finden. Oder gleich eine neue Theorie entwickeln? Kleiner Höhenflug, aber, ich darf ja hier wohl noch träumen.

Wenn ich heute ein paar Forschungsfragen auf der Basis der bisher gelesenen Literatur aus dem Ärmel schütteln müsste, könnten sie z. B. lauten:

  1. Welchen Einfluss haben Spiele in der Vorlesung auf die Motivation/den Lernerfolg von Studierenden?
  1. Wie wirken sich Spiele in der Vorlesung auf die fachliche Kommunikation/Interaktion innerhalb von großen Gruppen aus?
  2. Welchen Nutzen haben Spiele in der Vorlesung aus der Sicht eines Studierenden/Dozierenden (Einzelfall)/ für Lernende und Lehrende (vergleichend)?
  3. Wie wirken sich Spiele in der Vorlesung auf die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden aus?

Der Stand der Forschung soll eine Forschungslücke in der Literatur aufdecken, um daraus die Hypothese/n zu generieren. Die Schwerpunkte der (Spiel-)Forschung schienen bisher auf Schule und Erwachsenenbildung gerichtet. Hinsichtlich der Literatur ist mit Macke, Hanke und Viehmann (2012) immerhin ein Anfang gelungen und (zumindest angrenzende) Studien sind voraussichtlich z. B. bei Crouch & Mazur, 2001; Fagen, Crouch & Mazur, 2002; Lasry, Mazur & Warkins, 2008, Wessels, Freis und Effelsberg (2007) zu finden.

„Ärmelhypothesen“ in Bezug auf die o. g. Forschungsfragen könnten demnach sein:

  1. Es wird vermutet, dass Spiele in der Vorlesung einen positiven Einfluss auf die Motivation und den Lernerfolg von Studierenden haben.
  2. Es wird vermutet, dass sich durch Spiele in der Vorlesung der Anteil an fachlicher Kommunikation zwischen den Lernenden erhöht.
  3. Es wird vermutet, dass die Ergebnisse aus dem Spiel Veränderungen im inhaltlichen Vorlesungsverlauf bewirken.
  4. Es wird vermutet, dass Spiele in der Vorlesung die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden erhöhen.

Das gleiche Spiel gehört in den Abschnitt Lernen und Lehren mit mobilen eMedien. Auch hier stellt sich die Frage, ob eine Beschränkung nicht geschickter wäre. Andererseits gehören für mich zu den Lern- und Lehrtheorien unbedingt Motivation, Flow, Spaß, Emotionen, Interaktionen und Kommunikation dazu. Bei der Definition von Spiel und Spaß kann es zwar etwas schwierig werden, doch das sollte mich nicht an der Suche hindern. Notfalls muss eine neue Definition erfunden werden. Vielleicht doch die Emotionen streichen? Aber, das ist eigentlich der Witz an der Sache: Subjektives objektiv darstellen zu wollen.

Was das „Fach“ und die „Fachdidaktik“ aus dieser Diskussion betrifft, komme ich immer wieder mächtig ins Schleudern. Von der Allgemeinen Didaktik auf die Fachdidaktik zu schließen, erscheint mir theoretisch sinnvoll. Aus praktischer Sicht werden neue Methoden jedoch sicher erst in einem Fach realisiert. Die anschließende Übertragung auf andere Fächer und eine Verallgemeinerung ist auch ein reizvoller Weg nach dem Motto: Dreiklang Praxis-Theorie-Praxis. Dafür bräuchte ich allerdings Vorlesungen, in denen bereits Spiele eingesetzt werden – und vor allem Lehrende, die sich dazu befragen ließen…

Apropos Befragung: An dieser Stelle erscheint es mir noch zu früh, über den genauen Ablauf des zweiten, empirischen Teils der Arbeit nachzudenken. Aber, weil es ‚grad passt und das Spiel Spaß macht, probiere ich es trotzdem ansatzweise. Es bietet sich ein Gemisch aus qualitativen und quantitativen Methoden an. Zuerst werden die Studenten danach befragt, welche mobilen Geräte sie in die Vorlesungen mitbringen und was sie (damit) in dieser Zeit machen. Das ist vermutlich auch aufschlussreich für die Lehrenden. Außerdem wäre es ziemlich interessant zu erfahren, welchen Nutzen die Studierenden darin sehen, sich stundenlange Vorträge anzuhören und welche Alternativen sie kennen bzw. statt dessen bevorzugen würden. Wenn sich an diesem Punkt herausstellt, dass die Studenten mit ihren Vorlesungen rundum zufrieden sind, hat sich das Thema vorerst erledigt. Falls nicht, werden die Dozenten in ähnlicher Weise befragt: Welche eMedien nutzen sie in ihren Vorlesungen? Welchen Nutzen erhoffen sie sich von der herkömmlichen Veranstaltungsart bzgl. der Wissensvermittlung? Über welches Methodenrepertoire verfügen die Lehrenden? … Ich stolpere schon wieder über die Professoren! Das möchte ich ja nur einmal erleben, dass sie sich tatsächlich von Studenten dazu befragen lassen.

Mit Hilfe eines Experimentes könnte schließlich ermittelt werden, welche Auswirkungen ein Spiel in der Vorlesung hinsichtlich Motivation, Lernerfolg, Feedback, Fortsetzung der Vorlesung, Interaktivität, Gruppenklima usw. hat.

Das Klettergerüst in Kürze:

Spielplan2.

Während ich hier lustig vor mich hin plane, fällt mir ein Wort immer wieder besonders auf. Weil ich aus der Themensuche weiß, dass es zwecklos ist, sich gegen solche “Auffälligkeiten“zu wehren, reiße ich alles wieder ein, harke den Sand glatt, fege das Fundament frei und baue mir darauf ein neues Klettergerüst! Bis später… 😉

Zwischenspiel – playground #1

Wenn mich heute jemand fragt, was ich in den letzten Wochen herausgefunden habe, beschreibe ich das folgendermaßen (Folien ohne Zwischentext hier):

Ich beschäftige mich mit dem

Thema.

Um verschiedene Interessen unter einen Hut zu bekommen, habe ich mir das o. g. Thema von dieser Seite ausgeliehen. (Natürlich bat ich vorher Christian Spannagel als Ideengeber um Erlaubnis dafür. Damit dürfte die Zwickmühle aus dieser Diskussion geklärt sein.)

Wikiversity_Ideen.

Auf der Wikiversity-Seite gab es bereits zwei konkrete Fragen.

Wikiversity_Ideen_2.

Und damit begann die Suche. Das Ergebnis war ernüchternd, denn Suchmaschinen und verschiedene Kataloge zeigten nur „0 Treffer“ an. Nach guter alter Sitte habe ich das Thema schließlich in Einzelteile zerlegt und mich zunächst auf das Grundwort konzentriert (hier). Erstaunliches kam dabei an’s Licht, z. B.:

Spiel,

Pädagogik_Spiel.

Es gibt eine Menge Versuche, den Begriff „Spiel“ zu definieren. Einer Version (Huizinga, 2011) bin ich immer wieder begegnet (hier):

Huizinga.

Wo sich viele Definitionen finden, sind auch diverse Theorien nicht weit (mehr zu Groos hier):

Spieltheorien.

Langsam wurde es unübersichtlich im Kopf und das brachte mich auf die Idee, meine Gedanken zu sortieren (hier):

Hörsaalspiele_MM.

Die erste Forschungsarbeit, die dem Thema relativ nahe kam, enthielt überwiegend negative Ergebnisse (hier):

Hansen.

Allerdings erwähnt Hansen die enge Verknüpfung von Lernen und Spiel über das Kindesalter hinaus bis in die Erwachsenenbildung. Wie sieht es dort mit der Forschung über Spiele aus? Ein Beispiel (hier):

Schrader.

Neben „Trigger“, „looping“ und „comm“ fiel mir im o. g. Text ein weiterer Begriff auf, dessen Widerspruch mich einigermaßen irritierte (hier):

SeriousGames.

Sowohl Hansen als auch Schrader/Niegemann verwenden den Begriff „Erwachsenenbildung“ (hier). Was beinhaltet er?

Erwachsenenbildung.

Das Studium könnte also zwischen Schulbildung und Erwachsenenbildung eingeordnet werden.  Was aber bedeutet „studieren“ bzw. „Studium“ (hier)?

Student.

Studenten der heutigen Generation wachsen jedoch, im teilweisen Gegensatz zu ihren Dozenten, mit anderen, neuen Medien auf. Diese Mediennutzung könnte auch Auswirkungen auf das Lernen haben (hier).

Digitalnatives.

Wenn es also neue Generationen von Studenten gibt, deren Denken und Lernen sich  durch neue Medien verändert haben soll, müsste sich dann nicht auch die Lehre im Bestimmungswort (hier) ändern?

Hörsaal.

Tatsächlich scheint es Überlegungen zu Veränderungen der Lehrveranstaltung „Vorlesung“ zu geben. Mit der Hochschuldidaktik befand ich mich zwar plötzlich sehr dicht am Thema, jedoch gleichzeitg in einem mir völlig fremden Bereich (hier).

Reinmann2006.

Mit dem nachfolgenden Text konnte meine Verunsicherung einigermaßen aufgehoben werden. Denn offensichtlich gibt es durchaus Gemeinsamkeiten zwischen dem Unterricht in Schulen und Hochschulen (hier):

Baumert.

Deutlich werden die Gemeinsamtkeiten auch hier:

Reinmann2012.

Das brachte mich auf den Gedanken, mich noch einmal mit der Allgemeinen Didaktik zu beschäftigen (hier):

AllgDidaktik.

Damit kam schon das nächste Problem zwischen Allgemeiner Didaktik und Lehr-Lern-Forschung auf den Tisch (hier):

Terhart.

Als vorläufigen Höhepunkt habe ich in der Bibliothek ein Buch entdeckt, welches haargenau zum Thema passt (hier):

Böss.

Apropos Feedback: Gibt’s noch Fragen, Anregungen, Kritik, …?

Wie geht es nun weiter? Vor mir liegen noch mindestens die Themenbereiche Motivation und Flow. Von den o. g. Fragen ließe sich vorläufig nur die erste teilweise beantworten: Hörsaalspiele scheinen noch nicht sehr verbreitet als methodisches Mittel zur Gestaltung von Lehrveranstaltungen im Hochschulbereich. Deshalb könnten Lehrende befragt werden, warum sie Spiele im Hörsaal einsetzen oder nicht. „Oder nicht“ wäre hier vermutlich noch interessanter als „warum“, um einen didaktischen Ansatz oder eine Begründung zu finden. Die Antworten von Studierenden auf die Frage, welchen Nutzen sie sich vom Spiel-Einsatz (kleines Sprachspiel) versprechen, könnten hingegen Aufschluß über die Akzeptanz von Hörsaalspielen bringen.

Wenn das, was ich hier mache, unter den Begriff „Forschung“ fällt, kann ich mich nur beglückwünschen, mit diesem Spaß nicht bis ins hohe Alter gewartet zu haben. Mich interessiert allerdings, wie richtige erfahrene Wissenschaftler forschen. Bisher ist alles so zufällig. Kann man wirklich nur aus einer „Ahnung“ heraus einem Thema auf den Grund gehen?

Vorläufiger Spielplan

In diesem Beitrag habe ich mir die Aufgabe gestellt, Ordnung in das Thema „Hörsaalspiele“ und damit in meine Gedanken zu bringen sowie eventuelle Verbindungen zwischen den einzelnen Bereichen herzustellen. Folgende Gedankenkarte ist aus den bisherigen Überlegungen entstanden. Inzwischen mit Überarbeitung aus dem Kommentar von Eva (s. u.).

Hörsaalspiele_MM

Das Thema im Mittelpunkt ist von verschiedenen (unterstrichenen) Bereichen umgeben, die ich bei der Bearbeitung berücksichtigen möchte. Einige Bereiche werden durch Unterpunkte ergänzt, die mir ebenfalls wichtig erscheinen. Vermutlich kann zwischen allen einzelnen Bereichen von wechselseitigen Beziehungen ausgegangen werden. In den bisherigen Beiträgen habe ich mich überwiegend mit dem Bereich „Spiel“ beschäftigt.  Diese Abbildung gibt mir also nicht nur die Richtung vor, sondern erleichtert es mir, meinen „Spielplan“ einzuhalten und dabei möglichst nah am Thema zu bleiben. Alle Begriffe sollen als vorläufige Kategorien aufgefasst und in den nebenstehenden Kategorien des Blogs mit Beiträgen gefüllt werden. Durch diese Vorgehensweise will ich herausfinden, ob es sich beim Thema „Hörsaalspiele“ um eine echte Forschungslücke handelt. Anschließend sollte es möglich sein, daraus eine konkrete Forschungsfrage abzuleiten und deren Bearbeitung begründen zu können.

Auf den ersten Blick mag die Abbildung zu viele Inhalte für eine Forschungsfrage enthalten. Das ist jedoch im jetzigen Stadium der Vorüberlegungen beabsichtigt, denn erst aus einer Fülle von Ideen will ich das Thema sinnvoll eingrenzen. In diesem Sinne: Es gibt viel zu tun! Wem noch eine Anregung bzw. Frage einfällt oder wer sieht, dass in meinem Plan irgend etwas in die falsche Richtung läuft, und sei es nur eine winzige Kleinigkeit, der möge bitte kommentieren – oder schweige für immer. 😉

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