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Serious Games

Im Text von Schrader und Niegemann (2007, siehe auch hier) stolperte ich ‚mal wieder über den Begriff „Serious Games“, mit dem in der Erwachsenenbildung Computerspiele bezeichnet werden (S. 18). „Serious“ klingt für mich nach „seriös“. Weil ich den Eindruck hatte, dass hier irgend etwas unstimmig ist, suchte ich im Wörterbuch und fand dort die Übersetzungen „ernst, ernsthaft, ernst gemeint und schwer“. Sie stimmen also mit der deutschen Bezeichnung des Wortes „seriös“ (aus der französischen Sprache) überein (Wermke et al., 2007, S. 928). Falls sich zufällig jemand fragt, warum ich hier so kleinlich bin: Mich haut dieser Widerspruch förmlich aus den Socken! „Serious Games“ scheint inzwischen ein Fachbegriff zu sein. Was hat sich die Fachwelt dabei gedacht, als sie sich für die Wortkombination „ernsthafte Spiele“ entschied? Ein Spiel ist ein Spiel. Warum muss im Zusammenhang mit Wissensvermittlung, vornehmlich in der Erwachsenenbildung, unbedingt die Ernsthaftigkeit erwähnt oder sogar hervorgehoben werden? Reicht der „Ernst des Lebens“ noch nicht aus? Warum soll überhaupt Ernst in das Spiel gebracht werden? Ist Lachen plötzlich ungesund? Würde von den Lernenden die Wissensvermittlung nicht ernst genommen, wenn sie als Spiel daher käme? Wer kommt überhaupt auf solche sprachlichen Ideen? Ein Spiel bleibt ein Spiel.

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