Archive for the ‘playground’ Category

Playground #6: Spiel‘ mir das Lied vom Code

Die Reise war eine Ochsentour. Am Freitag nach dem Unterricht fuhr ich von Stau zu Stau nach Heidelberg, um gerade noch rechtzeitig zum Nachtisch mit Christian, Christian und Christian aus der Playgroup HD aufzulaufen. Weiterlesen

Playground #5 – Es waren zwei Königskinder

Schon die Vorbereitung machte verdächtig viel Spaß und langsam beginne ich, auch die Situation selbst zu mögen. Okay, das lag vielleicht daran, dass ich unfallfrei, d. h. ohne vom Stuhl zu klatschen oder ein Kabel auszureißen, durch meine zehn Minuten gekommen bin. Einen Vortrag zu halten kann man also lernen und besonders günstig wirkt sich für mich die Zuhörerschaft aus. Weiterlesen

So funktioniert es nicht

Der Vortrag beim Treffen der Playgroup HD Anfang März verlief ein wenig anders als erwartet. Die Vorbereitung darauf hatte mir einigen Spaß gebracht (hier) und nun sollte es auf das Sprechen ankommen. Es gab diesmal übrigens keine kleineren Katastrophen mit Kabeln auf dem Fußboden oder plötzlich davon rollenden Sitzgelegenheiten. Das Spiel während der Präsentation war leider nicht der Brüller, was zu meiner Verwunderung an der schlechten Erklärung gelegen haben muss. Dabei schien es in der Theorie so einfach: Einteilung in zwei Gruppen.Wer etwas fragen oder sagen will, zieht zuerst einen Mikadostab. Passiert das ohne Wackeln der anderen Stäbe, bringt das gezogene Holz für die Gruppe einen Punkt. Fertig. Vorteil: Lästiges oder langes Melden der Zuhörer entfällt. Es ist für alle sichtbar, wer sprechen möchte. Keiner wird übersehen. Die Reihenfolge muss nicht eingeteilt werden, sondern reguliert sich sozusagen von selbst. (Didaktisches) Ziel: Möglichst viele Zuhörer durch das Sammeln der Stäbe anzuregen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Wer „gewackelt“ hat, durfte die Frage natürlich trotzdem stellen. Der Stab war für die Gruppe jedoch futsch. Jedenfalls hat das Spiel nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sich bei einer Frage zu melden, ist kein Problem. Das optische Zeichen durch eine Handlung zu ersetzen ist dagegen in diesem Fall nicht optimal gewesen. Vielleicht ist es eine Frage der Gewohnheit? Dieses Spiel hatte deshalb nur für mich etwas Gutes. Die Aufregung war dahin und etwas Besseres hätte mir nicht passieren können.

Ein zweites Spiel war im Vortrag versteckt. Ich wollte Elemente, Ziele und Funktionen der bisherigen Hörsaalspiele erklären. Damit die Zuhörer dem Inhalt besser folgen können, waren die Bilder von allen 15 Spielen als Rahmen um die Folien gelegt (z. B. Feedback, Folie 20). Wenn es Inhalte gab, zu denen ein Spiel nicht passte, war das entsprechende Bild nicht zu sehen (z. B. Begriffe, Folie 21 oder Zielorientierung, Folie 22). Die Zuhörer sollten nun herausfinden, welches Bild bzw. Hörsaalspiel auf der Folie fehlt. Ein Bilderrätsel sozusagen, aber auch das hat nicht gut funktioniert. Einerseits war diese Aufgabe mit 15 Bildern vielleicht zu schwer, andererseits fand ich die Diskussion dazu witzig.

Schließlich hatte ich noch drei Fragen an die Gruppe. (1) Wo lassen sich Hörsaalspiele einordnen? Es sind keine Lernspiele und keine Serious Games. Game-based Learning passt auch nicht so richtig… (2) Wie lassen sich Hörsaalspiele mit mobilen Geräten umsetzen? Viele Spiele benötigen noch Material, wie Stift und Papier. Das kostet Zeit und zwar je mehr, desto mehr Studierende in der Vorlesung sitzen. Einen Ansatz fand ich inzwischen im Blog „Zentrum für multimediales Lehren und Lernen“ von der Uni Halle. Dort wird das Audience Response System ARSnova für das anonyme Feedback im Hörsaal verwendet. (3) Sind Spiele urheber- oder markenrechtlich geschützt? Tja, und bei dieser Frage wird es wirklich eng! Ich habe mal eine kleine Liste angelegt mit den Informationen, die ich zu den einzelnen Spielen finden konnte (hier). Das sieht nicht richtig gut aus für die Hörsaalspiele, aber noch ist hoffentlich nicht alles verloren. So wollte z. B. ein Hersteller die Rechte an dem Spiel „Stadt-Land-Fluss“ erhalten. Die Klage wurde abgewiesen, aber darauf will ich es ja gar nicht erst ankommen lassen.

Playground #4 – Alle Spiele haben Ziele

Am Wochenende treffen sich die Mitglieder der Play Group HD zum vierten playground, um sich gegenseitig Projekte, Ergebnisse und Vorgehensweisen vorzustellen und darüber zu diskutieren. Die Vorbereitung auf meinen Vortrag (Folien hier) hat mir wieder viel Spaß gemacht. Jetzt gilt es nur noch, diese Freude auf die Zuhörer zu übertragen. Das klingt so einfach… Bisher dachte ich, meine Abneinung gegenüber Präsentationen sei eine bekloppte Eigenart von mir. Seit dem letzten Treffen der Play Group HD aber habe ich mich mit einigen Lehrern ganz allgemein über Vortragssituationen unterhalten und siehe da: Keiner von ihnen hält gerne Vorträge vor Experten. Wie kommt das bloß? – Jedenfalls dauert mein Vortrag knapp zehn Minuten und je nach Stimmung baue ich ein Spiel ein. Damit will ich testen, ob ein Spiel während meiner Darstellung für mich zu einem Mittel werden kann, um dem Gespenst „Rede“ den Schrecken zu nehmen.

Zwischenspiel 6 – Playground #3

In ein paar Tagen ist es wieder soweit: Zum dritten Mal in diesem Jahr treffen sich die Mitglieder der Playgroup in Heidelberg zum Gedankenaustausch über ihre Forschungsprojekte, kurz: Games. Jeder präsentiert dort sein Vorhaben und anschließend wird darüber diskutiert. Nun gehören Vorträge noch nicht zu meinen Spezialstrecken und auch inhaltlich wäre es momentan nicht unbedingt erforderlich, mich in dieses „Unbehagen“ zu stürzen. Aus drei Gründen habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, die „Hörsaalspiele“ zu präsentieren (Folien hier; die Vorbereitung erfolgte auch mit Unterstützung aus dem Vortrag „Visualisierung in Präsentationen. Warum und wie?“). Erstens vermute ich, dass man „vortragen“ durch vortragen lernen kann. Zweitens habe ich eine Frage, deren Beantwortung mir bei der Entwicklung weiterer Spiele für die Vorlesung helfen könnte. Dafür ist es wichtig, den Zuhörern meine bisherigen Überlegungen kurz und verständlich mitzuteilen. Das will ich mit dem Vortrag üben und in der wohligen Atmosphäre der Playgroup kann Übung sogar lustig werden. Den dritten Grund fand ich glücklicherweise erst heute in dem Vortrag  „Forschung muss Spaß machen!“ von Christian Spannagel. Dort heißt es, dass zum Wissenschaftlichen Arbeiten eben auch das Präsentieren gehört (Folie 3). Manchmal ist es ganz gut, nicht alles sofort zu wissen. 😉

Ein Vortrag – zwei Situationen

Manche Menschen lassen einfach nicht locker. Das sollte mich eigentlich nicht wundern, weil ich in einigen Dingen selber so lange frage, bis ich eine Antwort bekomme. Andererseits gibt es Situationen, die ziemlich hässlich sind oder einfach so grässlich erscheinen, dass man über sie am liebsten den Mantel des Schweigens legen würde. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man ein Vorhaben öffentlich im Blog ankündigt (hier). Es geht um die Frage: Wie war denn nun der Vortrag? Hmm, inhaltlich wohl kaum zu beanstanden, weil die Fakten natürlich von weisen Wissenschaftlern stammen. Der Hinweis (hier), die erste Version zu überarbeiten, war Gold wert, wofür ich @dunkelmunkel sehr danke. Trotzdem hab‘ ich die Sache zumindest einmal gründlich versemmelt.

Vor genau zwei Wochen hielt ich den Vortrag zum ersten Mal. Seit dieser Zeit denke ich darüber nach, was genau dabei schiefgelaufen ist. Die Zuhörer waren, soweit ich das mitbekommen konnte, wohlwollend aufmerksam. Inzwischen denke ich, dass letztlich ausgerechnet darin das Problem bestand. Je länger ich redete, um so leiser wurde es im Raum. Das sollte sich doch jeder Vortragende wünschen, oder? Und, was passiert mir? Ich fühlte mich plötzlich zwanzig Jahre zurückversetzt in eine Zeit voll mündlicher Prüfungen. Mit allem ‚drum und ‚dran: Einer Sprechstimme, die teilweise nicht mehr trägt, zumal in falscher Tonlage, zitternden Händen, hochrotem Kopf und anderen Kleinigkeiten. Kurz: Es war die Hölle! Die anschließende Diskussion war allerdings äußerst hilfreich, insofern hat sich jede Peinlichkeit gelohnt. Die Fragen der Zuhörer erinnerten mich etwas an ein Zitat von Maslow (hier) und just in dem Augenblick wusste ich, dass dieses Thema zu meinem Weg gehört.

Der zweite Versuch, meine Gedanken vorzustellen, fand ein paar Tage später vor der Play Group HD statt (Folien hier). Da es nicht schlimmer werden konnte als beim ersten Mal, war ich zwar einigermaßen aufgeregt, jedoch ohne die oben beschriebenen Anzeichen. Vielleicht lag das an der vormittäglichen Uhrzeit? (Morgens kann man mir alles verkaufen.) Oder daran, dass es nicht so unheimlich still im Raum war? Ich habe keine Ahnung, wo ich die Ursache suchen soll. An die Diskussion konnte ich mich schon am Abend nicht mehr erinnern. Trotzdem bin ich durch die Hilfe der Gruppe an dem Punkt angekommen, endlich das Gelesene der letzten Monate zu sortieren und aufzuschreiben.

Was lehrt mich das? Natürlich weiß ich aus dem Unterricht, dass inhaltlich gleiche Stunden in verschiedenen Gruppen anders ablaufen können. Der eigene Anteil daran wurde mir jedoch noch nie so deutlich bewusst. Die Erfahrung, dass der erste Vortrag den Bach ‚runter ging, rief bei mir ein wenig die nun-ist-es-auch-schon-egal-Stimmung hervor. Wenn ich also offensichtlich nicht gut vor anderen Menschen reden kann, dann sollte ich es ‚mal besser mit schreiben probieren. Dafür tauche ich nun vorübergehend unter…

Zwischenspiel – playground #1

Wenn mich heute jemand fragt, was ich in den letzten Wochen herausgefunden habe, beschreibe ich das folgendermaßen (Folien ohne Zwischentext hier):

Ich beschäftige mich mit dem

Thema.

Um verschiedene Interessen unter einen Hut zu bekommen, habe ich mir das o. g. Thema von dieser Seite ausgeliehen. (Natürlich bat ich vorher Christian Spannagel als Ideengeber um Erlaubnis dafür. Damit dürfte die Zwickmühle aus dieser Diskussion geklärt sein.)

Wikiversity_Ideen.

Auf der Wikiversity-Seite gab es bereits zwei konkrete Fragen.

Wikiversity_Ideen_2.

Und damit begann die Suche. Das Ergebnis war ernüchternd, denn Suchmaschinen und verschiedene Kataloge zeigten nur „0 Treffer“ an. Nach guter alter Sitte habe ich das Thema schließlich in Einzelteile zerlegt und mich zunächst auf das Grundwort konzentriert (hier). Erstaunliches kam dabei an’s Licht, z. B.:

Spiel,

Pädagogik_Spiel.

Es gibt eine Menge Versuche, den Begriff „Spiel“ zu definieren. Einer Version (Huizinga, 2011) bin ich immer wieder begegnet (hier):

Huizinga.

Wo sich viele Definitionen finden, sind auch diverse Theorien nicht weit (mehr zu Groos hier):

Spieltheorien.

Langsam wurde es unübersichtlich im Kopf und das brachte mich auf die Idee, meine Gedanken zu sortieren (hier):

Hörsaalspiele_MM.

Die erste Forschungsarbeit, die dem Thema relativ nahe kam, enthielt überwiegend negative Ergebnisse (hier):

Hansen.

Allerdings erwähnt Hansen die enge Verknüpfung von Lernen und Spiel über das Kindesalter hinaus bis in die Erwachsenenbildung. Wie sieht es dort mit der Forschung über Spiele aus? Ein Beispiel (hier):

Schrader.

Neben „Trigger“, „looping“ und „comm“ fiel mir im o. g. Text ein weiterer Begriff auf, dessen Widerspruch mich einigermaßen irritierte (hier):

SeriousGames.

Sowohl Hansen als auch Schrader/Niegemann verwenden den Begriff „Erwachsenenbildung“ (hier). Was beinhaltet er?

Erwachsenenbildung.

Das Studium könnte also zwischen Schulbildung und Erwachsenenbildung eingeordnet werden.  Was aber bedeutet „studieren“ bzw. „Studium“ (hier)?

Student.

Studenten der heutigen Generation wachsen jedoch, im teilweisen Gegensatz zu ihren Dozenten, mit anderen, neuen Medien auf. Diese Mediennutzung könnte auch Auswirkungen auf das Lernen haben (hier).

Digitalnatives.

Wenn es also neue Generationen von Studenten gibt, deren Denken und Lernen sich  durch neue Medien verändert haben soll, müsste sich dann nicht auch die Lehre im Bestimmungswort (hier) ändern?

Hörsaal.

Tatsächlich scheint es Überlegungen zu Veränderungen der Lehrveranstaltung „Vorlesung“ zu geben. Mit der Hochschuldidaktik befand ich mich zwar plötzlich sehr dicht am Thema, jedoch gleichzeitg in einem mir völlig fremden Bereich (hier).

Reinmann2006.

Mit dem nachfolgenden Text konnte meine Verunsicherung einigermaßen aufgehoben werden. Denn offensichtlich gibt es durchaus Gemeinsamkeiten zwischen dem Unterricht in Schulen und Hochschulen (hier):

Baumert.

Deutlich werden die Gemeinsamtkeiten auch hier:

Reinmann2012.

Das brachte mich auf den Gedanken, mich noch einmal mit der Allgemeinen Didaktik zu beschäftigen (hier):

AllgDidaktik.

Damit kam schon das nächste Problem zwischen Allgemeiner Didaktik und Lehr-Lern-Forschung auf den Tisch (hier):

Terhart.

Als vorläufigen Höhepunkt habe ich in der Bibliothek ein Buch entdeckt, welches haargenau zum Thema passt (hier):

Böss.

Apropos Feedback: Gibt’s noch Fragen, Anregungen, Kritik, …?

Wie geht es nun weiter? Vor mir liegen noch mindestens die Themenbereiche Motivation und Flow. Von den o. g. Fragen ließe sich vorläufig nur die erste teilweise beantworten: Hörsaalspiele scheinen noch nicht sehr verbreitet als methodisches Mittel zur Gestaltung von Lehrveranstaltungen im Hochschulbereich. Deshalb könnten Lehrende befragt werden, warum sie Spiele im Hörsaal einsetzen oder nicht. „Oder nicht“ wäre hier vermutlich noch interessanter als „warum“, um einen didaktischen Ansatz oder eine Begründung zu finden. Die Antworten von Studierenden auf die Frage, welchen Nutzen sie sich vom Spiel-Einsatz (kleines Sprachspiel) versprechen, könnten hingegen Aufschluß über die Akzeptanz von Hörsaalspielen bringen.

Wenn das, was ich hier mache, unter den Begriff „Forschung“ fällt, kann ich mich nur beglückwünschen, mit diesem Spaß nicht bis ins hohe Alter gewartet zu haben. Mich interessiert allerdings, wie richtige erfahrene Wissenschaftler forschen. Bisher ist alles so zufällig. Kann man wirklich nur aus einer „Ahnung“ heraus einem Thema auf den Grund gehen?

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