Alle Quellen mit Seitenzahlen belegen

Als ich vor langer Zeit einen Artikel in Gemeinschaftsarbeit verfasste, unterschieden sich die Abschnitte der Co-Autoren von meinen Absätzen formal durch die Angabe bzw. die fehlende Angabe von Seitenzahlen bei indirekten Zitaten (Paraphrasen). Zu jenem Zeitpunkt hatte ich mir irgendwie angewöhnt, generell und überall die Seitenzahlen hinter Autoren und Jahresangaben zu klatschen, damit ich die Textstelle im Ernstfall schnell wieder finde. Welcher Ernstfall das sein sollte, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war oder ist es irgendein Kontrollwahn. Als ich damals von meinen Co-Autoren auf meine Macke mit den Seitenzahlen bei allen Quellenbelegen angesprochen wurde, dachte und versprach ich noch, diese Angaben später wieder rauszunehmen. Inzwischen stieß ich im Zuge meiner Literaturrecherche aber immer öfter auf Werke, vor allem neueren Datums, in denen das genauso gehandhabt wurde. Also scheint diese Macke kein Alleinstellungsmerkmal zu sein, und die Seitenzahlen blieben fast überall im Text.

Als ich nun ein paar Abschnitte meiner Dissertation zur Korrektur sandte, wurde ich bei einer Paraphrase ermahnt, die fehlende Seitenzahl anzugeben. Ich dachte, ich kippe vornüber. Ist das jetzt üblich? Kurz: Ja. Diese eine Seitenzahl konnte ich natürlich nachreichen und heute fiel mir endlich folgende Quelle dazu in die Hände: Friedrich Rost (2011) schreibt zur Zitation von sinngemäßen und wörtlichen Zitaten: „Beides ist mit Quellenangabe einschließlich der Seitenzahl(en) zu belegen (S. 249/1). Wer dazu ein wenig ausführlicher lesen möchte, kann auch bei Rost (2010, S. 241) nachschlagen. In meiner Ausgabe dieses hilfreichen Arbeitsbuches sehe ich, dass ich diese Zitierweise schon mit Bleistift im Inhaltsverzeichnis vermerkt hatte. Dann ist es wohl doch keine Macke meinerseits, sondern verinnerlichte Zitierpraxis. Wat’n Glück!

Literatur

Rost, F. (2010). Lern- und Arbeitstechniken für das Studium (6. Auflage). Wiesbaden: VS.

Rost, F. (2011). Wissenschaftliches Arbeiten. In J. Kade, W. Helpster, C. Lüders, B. Egloff, F.-O. Radtke & W. Thole (Hrsg.), Pädagogisches Wissen. Erziehungswissenschaft in Grundbegriffen (S. 244-252). Stuttgart: Kohlhammer.

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2 comments so far

  1. Tanja Hilger on

    Huhu Luci,
    Das ist nicht nur eine Macke, sondern ein Unterscheidungsmerkmal verschiedener Zitationsstile. Bei APA ist das nämlich eher unüblich, bei Harvard hingegen ein Muss.
    Ich gehe übrigens auch immer so vor und fühle mich seltsam, wenn ich das mal nicht mache (bei allgemeiner Angabe auf ein Werk) oder nicht machen muss.

    Ich wünsche dir noch alles Gute für deine Diss!
    Welche Deadline hast du dir gesetzt?

    Liebe Grüße Tanja

  2. Kristina Lucius on

    Danke gleichfalls!

    Der Zitationsstil scheint bei Rost egal zu sein, aber die Unterscheidung ist mir noch im Gedächtnis. Deshalb habe ich mich wohl auch so gewundert.


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