21_IP_18_Doz12: Audit 4 – Die Theorie nicht vor dem Praxistest loben

Die bisherigen Audits führte ich in der Hoffnung durch, neben Erkenntnissen zum Leitfaden auch Dozierende (Doz) mit der Bereitschaft zur Durchführung von Spielen in der Vorlesung zu finden. So ein Praxistest der Handlungsanleitung wäre das Sahnehäubchen der Untersuchung, um eventuelle Schwachstellen zu finden, die in der Theorie möglicherweise übersehen wurden. Die Suche nach Testpersonen, die auch noch meinen Kritierien entsprechen sollten, war eine leidige Angelegenheit. Doz 9 wollte beispielsweise mit einem Hörsaalspiel seine Studierenden nicht bloßstellen, Doz 10 führte lediglich zwei Vorlesungen im Semester durch und bei Doz 11 wäre die Organisation (zB Beobachtung und Interview im Anschluss an die Lehrveranstaltung) unverhältnismäßig aufwändig gewesen. Ich wollte die Sache schon dem Hund geben, als mich der glückliche Zufall ereilte und meiner Arbeit eine schöne Wendung gab. Ein Hoch auf Simon Roderus und die Playgroup Heidelberg! Ich bekam also eine Mail von der zukünfigen Interviewperson (IP) und vor zwei Monaten durfte ich ein weiteres Gespräch zum Leitfaden mit Aussicht auf vier (!) Erprobungstermine mit anschließenden Interviews führen.

Kontext. Die IP lehrt an einer Technischen Hochschule im Fach Informatik (§4) und verfügt über mittlere bis langjährige Vorlesungserfahrung von 28 Semestern (§6) mit Gruppengrößen von 60 bis 100 Studierenden (§48). Studierendenorientierte Methoden und Arbeitsweise (§§28;50), Interesse am Lernfortschritt der Studierenden und eine mehrjährige hochschuldidaktische Ausbildung (§§12;14;16) führten dazu, dass die IP ihre Vorlesungen schriftlich reflektiert (§10). Die Reflexion der eigenen Lehr- und Lernprozesse (§14) sowie der Methoden (§§28;56) führt bei der IP zu der Erfahrung, dass mit zunehmendem Alter der Spaß am Frontalvortrag schwindet (§§18;20) und zu der Vermutung, dass die Zuhörenden beim Frontalvortrag vermutlich ebenfalls nicht glücklich sind (§18).

Expertenstatus. Die IP forscht seit vielen Jahren im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre (§42) und beschäftigt sich mit Lehr-Lernforschung sowie Didaktik (§§114;142). Ihr sind verschiedene aktivierende Lehrmethoden bekannt (§50) und sie verfügt über ein Repertoire an Methoden (§§50;110). In Vorlesungen setzt die IP aktivierende Lehrmethoden ein (§50) und tauscht sich mit Doktoranden über Serious games aus (§92). Weil die Methode Hörsaalspiel neu für die IP ist (§120), zeigt sie großes Interesse an Spielen in der Vorlesung (§112).

Kritik. Zur Handlungsanleitung äußert sich die IP nur sehr zurückhaltend kritisch (§§124;128;138;140). So sei der Leitfaden zwar umfangreich und zeitaufwändig (§124), wirke aber positiv hinsichtlich der Motivation, mit Vorfreude ein Spiel in der Vorlesung einzusetzen (§140).

Anregungen. Die IP hält jedoch viele Anregungen bereit, wie z.B.:

  • die Methode auf einer Seite vorzustellen (§124), als Übersicht mit Verweis auf Detailinformationen (§§126;136),

  • positive und negative Erfahrungsberichte aus verschiedenen Fächern einzubeziehen (§152),

  • Varianten von Spielen zu beschreiben (§152),
  • ein Wiki mit Hörsaalspielen und Erfahrungen der Lehrenden zu erstellen (§152),
  • Doktoranden und Assistenten nach Impulsen zu diesem Thema zu befragen (§156) und
  • Assistenten als dritte Kategorie neben Dozierenden und Studierenden in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Spielen einzubinden (§158).

Die IP nimmt den Vorschlag zur Durchführung eines konkreten Hörsaalspiels an (§148) und will danach weitere Kritik am Leitfaden äußern (§128).

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