Kategorien aus dem Vergleich der Interviews mit den Dozierenden

Zehn Interviews mit acht Dozierenden sind eingetütet. Mit offenem Umschlag, denn es ist ja noch alles vorläufig, wie Strauss & Corbin schreiben (zB S. 47 und S. 72). Es gibt jetzt neun Kategorien, von denen sich allein vier auf folgende Kontexte beziehen: Hochschule, Vorlesung, Dozierende und privates Spielverhalten. Außerdem konnte ich herausfinden, welche Erwartungen die befragten Lehrenden an Hörsaalspiele haben, wie sie Spiele in der Vorlesung wahrnehmen und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Letztlich war es möglich, aus den beschriebenen Spielen verschiedene Merkmale von Hörsaalspielen abzuleiten. Hier gibt es im methodischen Verlauf eine interessante Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Beobachtungsprotokolle. Der Einsatz von Hörsaalspielen besteht demnach aus drei Phasen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Spiele haben also eine Menge Ähnlichkeit mit anderen Methoden der Unterrichtsgestaltung, die ja ebenfalls vor- und nachbereitet werden müssen. Die Durchführungsphase kann nochmals unterteilt werden, nämlich in Vorspiel-, Spiel- und Nachspielphase mit jeweils vielfältigen Aufgaben für die Dozierenden als Spielleiter. Die Tätigkeiten der Lehrenden im Verlauf der einzelnen Phasen stellen offensichtlich eine Ergänzung von herkömmlichen (Spiel-)Anleitungen dar und könnten besonders für Einsteiger auf diesem Gebiet hilfreich sein.

Ein anderer Aspekt der Auswertung ist eine Art von Prozeß, den Lehrende beim Einsatz von Spielen in der Vorlesung durchlaufen. Bevor Lehrkräfte das Spiel als Methode wählen, melden sie im Gespräch einen allgemeinen Informationsbedarf zum Thema Hörsaalspiele an. Setzen Lehrende bereits Spiele in der Vorlesung ein, ist das Interesse wesentlich gezielter und reicht von neuen Spielen sowie deren Vergleich über Feedback der Studierenden bis hin zu häufigerem Einsatz und möglichen Spieleffekten. Neben dem Interesse an Informationen ergaben sich aus den Gesprächen außerdem mögliche Bedingungen und Hindernisse für die Durchführung von Hörsaalspielen.

Insgesamt sah es zum Zeitpunkt der Interviews im letzten Jahr noch nach einer eher zurückhaltenden Kommunikation über den Einsatz von Spielen in der Vorlesung aus. Inzwischen finde ich auf verschiedenen Seiten hochschuldidaktischer Zentren vermehrt nicht nur die Idee, Spiele als Methode einzusetzen, sondern auch konkrete Vorschläge zur Umsetzung (zB CAU Kiel: Speed dating, TUM: ebenfalls Speed dating; TUB: Menschliches Domino) oder Fortbildung (AGWW: Games in Higher Education – Wie Spiele die Hochschullehre bereichern können).

Neben Beiträgen über die einzelnen Kategorien stehen nun folgende Aufgaben an:
1. Überprüfung des Leitfadens für Lehrende zum Einsatz von Spielen in der Vorlesung,
2. Kurzfassung des Entwurfs eines Workshopangebotes zum Thema Hörsaalspiele,
3. Überarbeitung sowie Vergleich der Codierungen in den Interviews mit Studierenden und
4. Vergleich der Dozierendeninterviews mit den Studierendeninterviews.

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2 comments so far

  1. Ruth on

    Liebe Luci, ich habe meinen Schreibtisch gegen das Sofa ausgetauscht, auf dem ich nun sitze und per Funktastatur meinen ersten Beitrag schreibe. Du merkst schon… nach dem Studium brauchte ich einige Zeit, bis die Lust auf theoretische Spielchen wiederkehrte.
    Natürlich ist das was du gerade erarbeitest kein Spielchen, es hat aber ja glücklicherweise damit zu tun 🙂
    Ich bewundere dich sehr dafür, wie du am Ball bleibst, wie du Theorie-Teilchen aus den Interviews herauslöst und sie wieder in neue Zusammenhänge setzt.
    Es macht Freude dir dabei auf diesem Blog folgen zu können und deine Arbeit wachsen zu sehen!
    Kontroverse oder skeptische Anmerkungen habe ich keine 🙂
    Ich grüße dich sehr herzlich und wünsche dir weiter viel Kraft und bleibende Neugierde!

  2. […] Kategorien aus den Interviews mit den Studierenden ähneln denen der Dozierenden (hier). Es gibt auch hier mehrere Kontexte: Vorlesung, Dozierende und Studierende sowie der private […]


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