Playground #6: Spiel‘ mir das Lied vom Code

Die Reise war eine Ochsentour. Am Freitag nach dem Unterricht fuhr ich von Stau zu Stau nach Heidelberg, um gerade noch rechtzeitig zum Nachtisch mit Christian, Christian und Christian aus der Playgroup HD aufzulaufen.
Am Sonnabend berichtete ich beim Playgroundtreffen über meine Arbeit mit der Grounded Theory. Ursprünglich wollte ich den Zuhörern diese Auswertungsmethode schmackhaft machen. Wahrscheinlich habe ich sie jedoch eher verschreckt. Okay, ich arbeite sehr kleinteilig, also nicht Dokument für Dokument oder Absatz für Absatz oder Zeile für Zeile, sondern Wort für Wort. Nach Strauss und Corbin soll das allerdings auch die ergiebigste Art der Methode sein. Das Problem ist, wenn ich erst einmal damit anfange, gründlich zu codieren, dann möchte ich nicht auf eine ungenauere Weise zurückgehen. Es würden mir zu viele Informationen verloren gehen, glaube ich und da ich sowieso alles lesen muss, um die Highlights ‚rauszufischen, kann ich sozusagen den Beifang auch gleich codieren. Ob sich schon ‚mal jemand totcodiert hat? Im Grunde dreht sich also zunächst erst einmal alles um die offene Codierung der Texte aus offenen Fragen in Fragebogen, Beobachtungsprotokollen und Interviews. Auf Anhieb gelingt mir das als Anfänger nicht immer zufriedenstellend. Ich benötigte pro Fragebogen, Protokoll und Interview bisher etwa fünf „Runden“. Es stimmt also, dass es zeitlich ein relativ langwieriger Prozess werden kann und gewissermaßen ist auch dieses Vorgehen eine Art von Ochsentour. Erfreut hat mich, dass Nando und Simon in ihren Vorträgen ähnliche Ergebnisse dargestellt haben. Als Gemeinsamkeiten sind mir besonders die Autonomie der Mitspieler/Lernenden während des Spiels (Simon) und der störungsfreie Ablauf in der Spielphase (Nando) in Erinnerung geblieben. Ist es nicht erstaunlich, dass mehrere Leute mit verschiedenen Themen und Arbeitsweisen unabhängig voneinander zum gleichen Kern in der Sache kommen? Ich fühle mich dadurch auf dem richtigen Weg. Auch die Fragen der Zuhörer zu meinem Vortrag (Folien hier, nicht selbsterklärend) waren wie immer sehr hilfreich für mich. Witzigerweise sind es die gleichen Gedanken gewesen, mit denen ich mich seit Monaten ebenfalls beschäftige. Der Unterschied: Inzwischen kann ich besser begründen, warum ich eine Textstelle dieser und nicht jener Kategorie zuordne.
Kurz vor Einbruch der Dämmerung und damit leider ohne die Vorträge von Esther und Christian zu hören, fuhr ich zu meiner Mentorin Prof. Dr. Monika Möhring. Seit Oktober letzten Jahres habe ich ja sozusagen Doktoreltern. Das Interessante daran ist die unterschiedliche Art der Betreuung. Beschreiben kann ich diesen Zustand derzeit nicht gut, aber ich habe den Eindruck, dass sich Christian und Monika in ihrer Arbeitsweise für mich perfekt ergänzen. Sie sind das Sahnehäubchen auf meiner Motivation und beide zusammen mit den Mitgliedern der Playgroup an einem Tag zu treffen, ist wahrlich jede Ochsentour wert!

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