05_IP_3_Doz_3_vor: Eine Frage der Zeit

Dieses Interview dauerte nur fünf Minuten und hat durch die Analyse immerhin neue Probleme zutage gefördert.

Kontext: Die Interviewperson (IP) spielt nur zwei- bis dreimal im Jahr und zwar Gesellschaftsspiele. Digitale Spiele lehnt sie ab, weil sie „das Gegenüber auch sehen“ möchte. Sie hält seit zwanzig Semestern Vorlesungen. Außerdem verfügt die IP über Erfahrungen mit einer Lehrveranstaltung zum Thema „Lernspiele“ sowie Kenntnisse über den Zusammenhang von Spiel und Lernen in der menschlichen Entwicklung.

Bedingungen: Die IP verfügt aktuell weder über Kenntnisse zu Hörsaalspielen noch über Erfahrungen mit Spielen in der Vorlesung („Ich habe ja keine Ahnung von der Thematik“). Ihre Vermutungen über Hörsaalspiele sind hinsichtlich möglicher Vor- und Nachteile ausgewogen (z. B. Motivation der Studierenden vs. Spiel rückt in den Vordergrund). Die IP erwähnt, momentan keine Zeit für die Beschäftigung mit dem Thema zu haben.

Strategien: Im Gespräch nennt die IP mögliche Vorgehensweisen, um zu Kenntnissen über das Thema Hörsaalspiele zu gelangen (kollegialer Austausch; Spiele ansehen; über das Thema lesen). Außerdem ist ihr im Gespräch bewusst, wie sie am besten die Voraussetzungen für den Einsatz von Spielen prüfen kann (z. B. Vor- und Nachteile abwägen).

Konsequenzen: Die IP kann sich den Einsatz von Hörsaalspielen nach einer gründlichen Beschäftigung und Prüfung der Voraussetzungen vorstellen. Sie zeigt sich zudem an Kenntnissen über den Ablauf sowie Rahmenbedingungen von Hörsaalspielen interessiert (“Mich würde mehr interessieren, was da genau passiert und wie die Rahmenbedingungen sind“).

Analytische Geschichte: Im Zentrum stehen die Einstellungen der Dozierenden. Die IP verfügt aktuell über unzureichende Kenntnisse über Hörsaalspiele und keine Zeit für die Beschäftigung mit dem Thema. Im Gespräch entwickelt die IP Strategien, wie Kenntnisse über Hörsaalspiele erlangt und Voraussetzungen für den Einsatz von Spielen geprüft werden können. Das führt zu Interesse an Kenntnissen über Ablauf und Rahmenbedingungen von Hörsaalspielen sowie der Vorstellung, Spiele in Vorlesungen einzusetzen.

Konstruktion einer Grounded Theory: Wenn Dozierende über unzureichende Kenntnisse über das Thema Hörsaalspiele und keine Zeit für die Beschäftigung mit dem Thema verfügen, dann führen im Gespräch entwickelte Strategien hinsichtlich der Erlangung von Kenntnissen und Prüfung von Voraussetzungen für den Einsatz von Spielen zu Interesse am Thema Hörsaalspiele und der Vorstellung, Spiele in der Vorlesung einzusetzen.

Das war also ein reines Gedankenspiel (s. Abb.). Zeitprobleme von Dozierenden hinsichtlich der Beschäftigung mit einem Thema kann ich nicht lösen. Was ich aber noch vel schlimmer finde, ist, dass genau genommen gar keine konkreten Handlungen, sondern durch das Interview nur Vorstellungen von Handlungskonsequenzen erfolgen. Die Umsetzung der Gedanken fehlt und damit muss dieser Text vorläufig unter Übung abgelegt werden. Ohmm, „ … bleiben Sie entspannt“ (Strauss/Corbin, S. 175).

Abb.: Integratives Diagramm zu „Einstellungen der Dozierenden“

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1 comment so far

  1. […] keine Erfahrungen mit Hörsaalspielen gemacht hat. Okay, es gibt mit 05_IP_3 einen ähnlichen Fall (hier), was den privaten Spielkontext als möglicher Teil eines Satzes von Bedingungen betrifft. Die […]


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