IPen finden

Seit dem Sommer habe ich den Eindruck: Je mehr Ereignisse, desto weniger Blogbeiträge. Kürzlich fand ich einen Artikel von Kerstin Mayrberger (hier), der diese Situation ähnlich beschreibt. Weil ich mein Tagebuch jedoch auch für Rückblicke im Sinne von Memos brauche, will ich Entscheidungen und Begründungen nachtragen, die mir für den Ablauf der Arbeit wichtig erscheinen.

Problem. Es lag nur ein Tag in Regensburg zwischen dem MAXQDA-Kurs (hier) und einer erneuten Fahrt nach Heidelberg. An der PH wollte ich mich vor Beginn von zwei Vorlesungen auf die Suche nach Interviewpersonen (IPen) begeben. Im letzten Fragebogen des Sommersemesters 2014 wurde u. a. nach Kontaktdaten gefragt, um mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen. Der Rücklauf war spärlich, genauer gesagt gab es nur eine unleserliche Antwort. Das ist insofern absehbar gewesen, als dass der Fragebogen anonym ausgefüllt werden sollte. Mein Problem bestand nun darin, trotzdem Studierende zu finden, die zu einem Gespräch bereit waren.

Lösung. Die Lösung war schnell gefunden und stammt aus meinem Berufsalltag: Man muss mit den Menschen reden. Ich machte mir Gedanken, welche Daten notwendig sind, um während des Semesters mit den Studierenden Kontakt aufnehmen zu können. Dafür entwickelte ich einen Anfragebogen für Interviewpersonen, in dem Name, Vorname, Tel.-Nr., E-Mail-Adresse und Codierung von den Studierenden ausgefüllt werden sollten. In einem zweiten Abschnitt wurde die Datenschutzerklärung aufgenommen, welche u. a. auch meine Kontaktdaten enthielt. Eine weitere Frage war, wie viele dieser Zettel ich brauchte? Ich wollte mindestens zehn Prozent der Zuhörenden jeder Vorlesung erreichen. Für 100 Studierende also zehn Anfragebogen. Aus der Erfahrung mit schwer leserlichen Handschriften rechnete ich zehn Bogen dazu. Weitere zehn Zettel kopierte ich, um Ausfälle kompensieren zu können. Ich wollte die Interviews nicht gleich an Ort und Stelle führen, denn das hätte einerseits für die Studierenden einen unzumutbaren Verlust an (Vorlesungs-)Zeit bedeutet. Andererseits will ich jedes Interview so vorbereiten, dass sich die erhobenen Daten später wirklich verwenden lassen. Das bedeutet, neben standardisierten auch neue Fragen auf der Basis von bereits gegebenen Antworten zu finden. Letztlich ist mir wichtig, die Studierenden im Verlauf des Semesters zu befragen. Damit erhoffe ich mir solche Antworten, die auch Vergleiche bezüglich verschiedener Lehrveranstaltungen ermöglichen.

Vorgehensweise. Eine halbe Stunde vor Beginn der jeweiligen Vorlesung stellte ich mich an einen Eingang des Hörsaals und sprach willkürlich die ersten Studierenden an, welche die Vorlesung besuchen wollten. (d. h., ich wählte mit Absicht zufällig ankommende Personen aus. Zu dieser Zeit erscheinen die Teilnehmer noch vereinzelt und damit bot sich die Gelegenheit, ihnen mein Anliegen ein wenig ausführlicher zu erklären und ihre Fragen zu beantworten. Nur zwei Personen lehnten meine Bitte um ein Interview ab. Insgesamt empfand ich die Studierenden als meinem Vorhaben gegenüber sehr aufgeschlossen. Das hat mich natürlich sehr gefreut! Im Rückblick war es gut, ausreichend Zettel und Stifte mitgebracht zu haben. Beim nächsten Mal würde ich die Studierenden allerdings der Übersicht halber bitten, die Zettel gleich vor dem Hörsaal auszufüllen und nicht damit wegzugehen. Es macht übrigens für den Rücklauf keinen Unterschied, ob man sich vor oder nach dem Ausfüllen bei den Studierenden bedankt. 🙂
Diese Vorgehensweise war insofern bisher erfolgreich, als dass von der ersten Vorlesung 28 von 30 ausgegebenen Anfragebogen ausgefüllt zurückgegeben wurden. 19 Codierungen konnten den ausgefüllten Fragebogen zum Thema „Hörsaalspiele“ zugeordnet werden. Damit lässt sich also prima arbeiten. Sollten unerwartet alle der 19 Studierenden keine Zeit für ein Interview haben, kann ich trotzdem noch auf neun Gespräche hoffen. Diese Studierenden haben zwar bisher keinen Fragebogen ausgefüllt. Allerdings besteht die Chance, dass sie im Verlauf des Semesters an einer weiteren Vorlesung mit Hörsaalspiel teilnehmen und mir ihre Erfahrungen dazu mitteilen.
Aus der zweiten Lehrveranstaltung gaben 29 von 30 Studierenden den Anfragebogen ausgefüllt zurück. In diesem Semester habe ich also wieder genug zu tun.

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1 comment so far

  1. […] letzte Beitrag galt der Beschreibung, wie ich Interviewpersonen gefunden habe (hier). Die Reise hatte sich mit dem Ergebnis schon gelohnt, doch mir reichte das bereits bei der Planung […]


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