IP_3_vor

Der Zufall verhalf mir in der vergangenen Woche zu einem sehr kurzen Gespräch (5:24 min) mit ungewissem Ausgang. Von der Interviewperson (IP) wusste ich nur, dass sie bisher keine Spiele in der Vorlesung eingesetzt hat.
Die IP lehrt seit zwanzig Semestern an einer Hochschule und ihre Lehrveranstaltungen werden von 80 bis 120 Studierenden besucht. Privat spielt sie gern Gesellschaftsspiele, allerdings „sehr selten […] vielleicht zwei-, dreimal im Jahr“. Wo soll das hinführen? Wettbewerbssituationen, Punkte und Ranglisten bedeuten ihr in Spielen “wenig“. Die Interaktion zwischen den Mitspielern hingegen findet sie „sehr wichtig“.
Als die IP sagt: „ich spiele, weil es mir Spaß macht“, nutze ich diesen Satz, um nach vermuteten Vorteilen von Hörsaalspielen zu fragen.

„Ich denke, es könnte eine gute Motivation für die Studierenden sein. Irgendein Ziel zu haben und vielleicht auch der Beste zu sein, gewinnen zu wollen und das in spielerischer Form, weil: Der Mensch ist ein spielerisches Wesen, Homo ludens. Ist er einfach! Man will spielen. Das ist eine Eigenschaft, die haben schon kleine Kinder. Säuglinge spielen den ganzen Tag und lernen. Und ich denke, das ist auch was, was große Kinder noch gerne machen. Und damit kann man sie gut motivieren.“

Motivation, Wettbewerbscharakter, spielen und lernen – der Mensch als spielerisches Wesen. Was hindert denn nun eigentlich die IP daran, Spiele in ihrer Vorlesung einzusetzen? Die Kenntnis bzw. intensive Auseinandersetzung mit dem Thema!

„Ich müsste […] erst mal […] zum Kollegen gehen und mir das mal angucken, mich einlesen. […] Mich würde sehr interessieren, was da genau passiert und wie die Rahmenbedingungen sind. […] müsste die Vor- und Nachteile abwägen. […] Und wenn das alles stimmig wäre, dann könnte ich mir das durchaus vorstellen“.

Das Interesse der IP an Thema gefällt mir sehr! Zu den möglichen Nachteilen von Hörsaalspielen befragt, vermutet die IP ähnlich wie die Studierenden (hier), „dass vielleicht die Sache zu sehr in den Hintergrund rückt […] und dass […] dieser Wettbewerbscharakter zu sehr in den Vordergrund kommt“. Es wird Zeit, die Fragebogen auszuwerten, um die nach Ansicht der Studierenden tatsächlichen Vor- und Nachteile auf den Tisch legen zu können.

Advertisements

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: