Eine kleine Versuchung

In meinen Osterferien durfte ich drei Tage lang Dozenten und Studenten der Pädagogischen Hochschule (PH) Heidelberg begleiten, um an Vorlesungen teilzunehmen und Experteninterviews zu führen. Es wurde eine Sammlung von erstaunlichen Eindrücken, deren Verarbeitung immer noch anhält. Das fing schon bei der Vorbereitung an: Anfragen wurden prompt beantwortet und Zusagen zuverlässig eingehalten. Erfahrungsgemäß ist das nicht für alle Dozenten selbstverständlich. Ebenso ungewöhnlich, zumindest aus schulischer Sicht, erschien mir die Erlaubnis, bereits in der ersten Woche des Semesters in verschiedenen Lehrveranstaltungen hospitieren und Befragungen durchführen zu dürfen. Didaktisch gesehen war es jedoch ein geschickter Schachzug, denn wenn gleich in der ersten Vorlesung des Studentendaseins ein Spiel in die Lehre einbezogen wird, ist es später im Vergleich zu anderen Methoden nichts Besonderes mehr. Mir fällt grade auf, dass dies ein Widerspruch in sich ist, den ich jetzt nicht lösen kann.
Überblick: Der erste Tag begann mit einer Vorlesung in den frühen Morgenstunden. Zu dieser Zeit macht sich die kleine Hexe erst mal einen Kaffee. Dafür war ich allerdings viel zu aufgeregt, denn in der Lehrveranstaltung von (hier würde ich gerne einen Namen einfügen, dann ist es aber nicht mehr anonym, blöde Zwickmühle!) sollte ein Hörsaalspiel gespielt werden. Von zehn bis 14 Uhr hatte ich die Gelegenheit, den PH-Betrieb ein wenig kennen zu lernen. Zwei Dinge sind mir dabei besonders aufgefallen: Der freundliche Umgangston sowie die Hilfsbereitschaft der Studenten. Man muss sich das so vorstellen: Vor einiger Zeit erhielt ich den Zugang zum PH-Netz, mit dem ich noch nicht viel anzufangen wusste. Die Bedeutung wurde mir klar, als ich nun in einem Raum mit vielen, nein, sehr vielen PCs saß und an einem dieser Geräte arbeiten durfte. Einloggen ging noch, dann war Ende Gelände! Zu meinem Glück gab es einen Tutor, der nichts weiter zu tun hatte, als auf Fragen zu warten. Naja und davon hatte ich schließlich mehr als genug. Ein weiteres Beispiel ist Lehramtsstudentin Janna Spannagel, mit deren Unterstützung ich die restlichen Fragebogen für meine Untersuchung vorbereiten konnte.
Am Nachmittag hatte ich schließlich noch mein erstes Experteninterview. Das war die Wucht in Tüten und ich bin gespannt, ob die Interviewperson (IP) noch zu toppen ist (IP – auch hier wäre der Name angemessen, aber leider nicht anonym)!
Der zweite Tag war ebenfalls ziemlich aufregend. Um zehn Uhr begann die zweite Vorlesung, in der ein Hörsaalspiel gespielt wurde. Weiter ging es im Stundentakt: Um 13 Uhr das zweite Interview und um 14 Uhr ein Termin in der Graduate School der PH. Anschließend einen kleinen Abstecher zur Hochschulbibliothek und danach fand eine Nachbesprechung zur Vorlesung und zum Interview mit der IP statt. Bemerkenswert fand ich dabei die Übereinstimmungen und Unterschiede bzgl. der Wahrnehmung und Verbesserung von Hörsaalspiel und Interviewsituation zwischen der IP und mir.
Am Abend hätte ich endlich etwas Zeit gehabt, mir mal die Stadt Heidelberg anzusehen. Leider war ich so neugierig auf die Antworten in den Fragebogen, dass ich die halbe Nacht mit Lesen der studentischen Meinungen zum Thema Hörsaalspiele auf den Zetteln verbracht habe.
Den letzten Tag begann ich damit, den Leitfaden für das Experteninterview zu überarbeiten, bis ich um 14 Uhr die Möglichkeit hatte, an einer dritten Vorlesung samt Hörsaalspiel teilzunehmen. Fragebogen austeilen und einsammeln klappte inzwischen wie im Schlaf. Wie auch bei den ersten zwei Veranstaltungen habe ich die Atmosphäre im Hörsaal als sehr angenehm empfunden.
Abschließend durfte ich das dritte Experteninterview durchführen, dieses Mal mit modifizierten Leitfragen.
Nach diesem kleinen Überblick widme ich mich in den nächsten Beiträgen einigen Details aus den Beobachtungen der Vorlesungen, Interviews und Fragebogen sowie dem Hörsaalspiel. Der erste Eindruck hat mich nämlich sehr überrascht und ich bin gespannt, was sich in den Daten und Beobachtungsprotokollen noch alles versteckt.

 

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3 comments so far

  1. […] Überschrift ist kein Geheimnis, sondern eine Abkürzung. Nach dem kurzen Überblick (hier) habe ich den ersten Versuch unternommen, die Daten aus dem Beobachtungsprotokoll der Vorlesung 1 […]

  2. […] Studierenden gegenüber! Da hat mich mein erster Eindruck von der Hochschule also nicht getäuscht (hier). Ist das jetzt ein Zufall, dass ich so viel Glück gleich mit der ersten IP hatte oder sind dort […]

  3. […] Dr. Nicole Flindt und ihrer Mitarbeiterin Sarah Oberländer begrüßt wurde (s. a. Beitrag hier). Das fand ich umso bemerkenswerter, als dass ich gar keinen richtigen Termin bei ihnen, sondern […]


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