Ein Vortrag – zwei Situationen

Manche Menschen lassen einfach nicht locker. Das sollte mich eigentlich nicht wundern, weil ich in einigen Dingen selber so lange frage, bis ich eine Antwort bekomme. Andererseits gibt es Situationen, die ziemlich hässlich sind oder einfach so grässlich erscheinen, dass man über sie am liebsten den Mantel des Schweigens legen würde. Das funktioniert natürlich nicht, wenn man ein Vorhaben öffentlich im Blog ankündigt (hier). Es geht um die Frage: Wie war denn nun der Vortrag? Hmm, inhaltlich wohl kaum zu beanstanden, weil die Fakten natürlich von weisen Wissenschaftlern stammen. Der Hinweis (hier), die erste Version zu überarbeiten, war Gold wert, wofür ich @dunkelmunkel sehr danke. Trotzdem hab‘ ich die Sache zumindest einmal gründlich versemmelt.

Vor genau zwei Wochen hielt ich den Vortrag zum ersten Mal. Seit dieser Zeit denke ich darüber nach, was genau dabei schiefgelaufen ist. Die Zuhörer waren, soweit ich das mitbekommen konnte, wohlwollend aufmerksam. Inzwischen denke ich, dass letztlich ausgerechnet darin das Problem bestand. Je länger ich redete, um so leiser wurde es im Raum. Das sollte sich doch jeder Vortragende wünschen, oder? Und, was passiert mir? Ich fühlte mich plötzlich zwanzig Jahre zurückversetzt in eine Zeit voll mündlicher Prüfungen. Mit allem ‚drum und ‚dran: Einer Sprechstimme, die teilweise nicht mehr trägt, zumal in falscher Tonlage, zitternden Händen, hochrotem Kopf und anderen Kleinigkeiten. Kurz: Es war die Hölle! Die anschließende Diskussion war allerdings äußerst hilfreich, insofern hat sich jede Peinlichkeit gelohnt. Die Fragen der Zuhörer erinnerten mich etwas an ein Zitat von Maslow (hier) und just in dem Augenblick wusste ich, dass dieses Thema zu meinem Weg gehört.

Der zweite Versuch, meine Gedanken vorzustellen, fand ein paar Tage später vor der Play Group HD statt (Folien hier). Da es nicht schlimmer werden konnte als beim ersten Mal, war ich zwar einigermaßen aufgeregt, jedoch ohne die oben beschriebenen Anzeichen. Vielleicht lag das an der vormittäglichen Uhrzeit? (Morgens kann man mir alles verkaufen.) Oder daran, dass es nicht so unheimlich still im Raum war? Ich habe keine Ahnung, wo ich die Ursache suchen soll. An die Diskussion konnte ich mich schon am Abend nicht mehr erinnern. Trotzdem bin ich durch die Hilfe der Gruppe an dem Punkt angekommen, endlich das Gelesene der letzten Monate zu sortieren und aufzuschreiben.

Was lehrt mich das? Natürlich weiß ich aus dem Unterricht, dass inhaltlich gleiche Stunden in verschiedenen Gruppen anders ablaufen können. Der eigene Anteil daran wurde mir jedoch noch nie so deutlich bewusst. Die Erfahrung, dass der erste Vortrag den Bach ‚runter ging, rief bei mir ein wenig die nun-ist-es-auch-schon-egal-Stimmung hervor. Wenn ich also offensichtlich nicht gut vor anderen Menschen reden kann, dann sollte ich es ‚mal besser mit schreiben probieren. Dafür tauche ich nun vorübergehend unter…

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