Hawelka/Wendorff: Medien in der Hochschullehre

Die gute Nachricht zuerst: In dem Beitrag von Birgit Hawelka und Jörg A. Wendorff (2007) geht es nicht um eMedien, die Studierende jeden Tag mit in die Vorlesung bringen. Vielmehr haben die Autoren mit Hinweisen auf Studien beschrieben, welche didaktischen Funktionen dem „Einsatz von Medien in der Hochschullehre“ zukommen (S. 138). Dozenten sollen sich z. B. überlegen, „welche Vorteile der geplante Medieneinsatz verspricht“ (ebd.). Leider wird nicht ausdrücklich erwähnt, für wen und in welcher Art von Veranstaltung die Verwendung der Medien vorteilhaft sein soll. Da allerdings oft von der „Förderung von Lerneffekten“ (z. B. S. 140) zu lesen ist, dürfte es sich um die Lernenden als Zielgruppe handeln. Untersucht wurden folgende Themen/Funktionen: „Medien

  • „zur Förderung der Aufmerksamkeit […]
  • als Ersatz der Realbedingungen […]
  • als Ergänzung zur Realbegegnung […]
  • zur Veranschaulichung abstrakter Zusammenhänge […]
  • zur Visualisierung mentaler Modelle […]
  • zur Reduzierung der Komplexität […] als advance organizers […] Situierungsfunktion“ (S. 138f.).

Des weiteren wird „nur auf Medien eingegangen, die mit relativ geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand […] angefertigt werden können“ (S. 142).

Was leite ich daraus ab? In dem Beitrag wird nicht berücksichtigt, welche Medien die Studierenden und Dozierenden vermutlich sowieso schon in der Vorlesung bei sich haben und wie man diese Geräte für die Veranstaltung nutzen könnte. Statt sich auf die möglichen Vorteile des Medieneinsatzes zu konzentrieren, heißt es: „Die Gestaltung von Medien ist immer aufwendig“ (S. 142). Bei diesem Satz würde ich als Lehranfänger das Buch sofort zuklappen. So kommen die Lernenden und Lehrenden nie zusammen! Eine Frage müsste wohl wirklich heißen, welche Vorteile der Einsatz von Medien aus dem Alltag der Studenten und Dozenten für Lehrende und Lernende hat. Die zweite Frage wäre, warum ausgerechnet (diese) Medien dafür nötig sind. Und damit bin ich wieder im Spiel!

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