Korrekturphase

Die Rohfassung ist seit dem Sommer fertig und wird seitdem einer Korrektur nach der anderen unterzogen. Es ist unglaublich, wie viele Fehler ein Text enthalten kann! Noch schlimmer, weil ziemlich peinlich, ist nur noch die Art des Fehlers, zum Beispiel die „echten“: Grad statt Grat. Himmel hilf! Fehlt ein Verb im Satz oder ein Komma, ist ein Punkt zu viel, finden sich grammatikalische Unebenheiten, weil der Satz noch einmal umgestellt wurde usw., dann kann das vielleicht den Flüchtigkeitsfehlern zugeordnet werden. Dennoch ärgerlich.

Nun ist es ja so, dass man den Text üblicherweise vor der Weiterleitung an einen Korrektor selber kontrolliert, z. B. durch Lesen an einem anderen Gerät oder in einer anderen Schriftart bzw. -größe. Bei der Rückgabe kann ich dann kaum glauben, solche Böller übersehen zu haben. Automatisch rege ich mich also jetzt beim Lesen anderer Arbeiten weniger darüber auf, wenn ich dort mal über nur einen Fehler stolpere.

Interessant finde ich, dass verschiedene Korrektoren verschiedene Fehler finden. Was der eine übersieht, fällt dem anderen auf. Es scheint auch irgendwie kein Ende zu nehmen. Man könnte ja denken, dass die Arbeit nach x Korrekturen fehlerfrei wäre. Aber, nichts da. Nur so lässt sich für mich erklären, dass manche Lektorate nicht erwähnt werden wollen. Klingt ja auch ein wenig seltsam, wenn man dann noch Fehler findet. Zumindest für diejenigen, die diesen Prozess noch nicht erlebt haben.

Einen seltsamen Eindruck macht auf mich allerdings der Spaß, als Plagiatsschutz absichtlich Fehler in den Text einzubauen, wie es kürzlich in einem Forum diskutiert wurde. Mutig hingegen fand ich die Aktion eines Doktorbruders, der seine Arbeit ausschließlich selbst korrigierte. Das will ich meinen Lesern nicht zumuten.

28.06.2020: Rohfassung gegen alle Widerstände

Seit 14 Tagen ist der erste Entwurf meiner Arbeit fertig. Jeden Tag schaue ich, ob die Rohfassung noch da ist und jedes Mal verliert sich die Formatierung. Wahrscheinlich ist die Reparatur der Kick des Morgens. Es ist für mich noch nicht fassbar, dass ich es bis hierhin gegen alle Widerstände geschafft habe. Die technischen Hürden waren beispielsweise zuerst haushoch, aber mit Hilfe von Read more »

Eine Woche im Mai

650 km gen Norden

zwei Todesfälle †† Read more »

Plötzlich und unerwartet: 09.11.2019

Plötzlich und unerwartet ist eine Redewendung aus Todesanzeigen. Vor drei Monaten ging ich am frühen Sonnabend in den Keller.

Plötzlich und unerwartet wurde es dunkel. So dunkel, dass ich mich eine Weile nicht mehr bewegen konnte. Irgendwann kroch ich auf Händen und Knien die Treppe hoch und lag stundenlang dösend auf dem Sofa. Weil ich es nur mit unerhörter Mühe vom Read more »

Lazarus über Tanz als Spiel

Vor fast fünf Jahren waren sowohl eine Interviewperson als auch ich uns im Augenblick des Gespräches nicht ganz sicher, ob Tanzen ein Spiel sei. Diese Frage geisterte mir, umgeben von weiteren Themen, seitdem durch den Kopf. Inzwischen habe ich im Text „Über die Reize des Spiels“ von Moritz Lazarus (1883; feinstes Sütterlin) eine vorläufige Antwort gefunden. Read more »

Angabe von Quellen bei eigenen Abbildungen

Man kann es auch übertreiben mit der Angabe von Quellen. Aber so was von! Als sich unter verschiedenen eigenen Abbildungen in meiner Arbeit die Quellenangaben in mehreren Zeilen stapelten, wohlgemerkt mit kleinerer Schriftgröße als im Fließtext und ohne Seitenzahl!, dachte ich: Hier stimmt etwas nicht. Das haste noch nirgends gesehen, was aber nichts heißen muss. Read more »

Inhaltsverzeichnis statt Zeitplan

Vor ein paar Tagen flog per Twitter ein feiner Beitrag aus dem empfehlenswerten Blog Coachingzonen-Wissenschaft von Jutta Wergen mit dem Titel Schreib-Ziel-Plan für die Dissertation ein. Ein solcher Plan soll Orientierung beim Schreiben bieten und die Motivation fördern, wenn es denn zu Schwierigkeiten mit der Schreiblust kommen sollte. „Eine Promotion dauert immer länger als gedacht“, schreibt Wergen und weiter: Read more »

Verwirrung zwischen der Methode Vor-Lesung und der Sozialform Frontalunterricht innerhalb der Lehrveranstaltungsart Vorlesung

Daran, dass es nie nicht keine einheitliche Definition von irgendwas in der Literatur gibt, kann man sich vielleicht irgendwann gewöhnen. Worüber ich aber neuerdings jedes Mal stolpere, ist die irrtümliche Verwendung der Begriffe Methode und Sozialform im Zusammenhang mit den Wörtern Vorlesung und Frontalunterricht. Nach Methode kann hier nur Vorlesung, nach Sozialform nur Frontalunterricht folgen. Aber nie nicht und niemals die Kombination aus Methode und Frontalunterricht. Warum? Read more »

Kein Zugriff: Konrad Jacobs (1976)

Update 23.04.2019: Artikel erhalten. Die Angaben zum Original sind im (Sekundär-)Beleg leider nur teilweise richtig.

In verschiedenen Foren wird von Studierenden regelmäßig nach dem richtigen Umgang mit Sekundärzitaten gefragt. Meistens heißt es als Begründung, die Originalquelle sei nicht zu beschaffen und jedesmal denke ich nur kurz: Hmm… Read more »

Alle Quellen mit Seitenzahlen belegen

Als ich vor langer Zeit einen Artikel in Gemeinschaftsarbeit verfasste, unterschieden sich die Abschnitte der Co-Autoren von meinen Absätzen formal durch die Angabe bzw. die fehlende Angabe von Seitenzahlen bei indirekten Zitaten (Paraphrasen). Zu jenem Zeitpunkt hatte ich mir irgendwie angewöhnt, generell und überall die Seitenzahlen hinter Autoren und Jahresangaben zu klatschen, damit ich die Textstelle im Ernstfall Read more »

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