Eine Woche im Mai

 

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Corona-Pandemie

Abitur

Trauer

 

 

Plötzlich und unerwartet: 09.11.2019

Plötzlich und unerwartet ist eine Redewendung aus Todesanzeigen. Vor drei Monaten ging ich am frühen Sonnabend in den Keller.

Plötzlich und unerwartet wurde es dunkel. So dunkel, dass ich mich eine Weile nicht mehr bewegen konnte. Irgendwann kroch ich auf Händen und Knien die Treppe hoch und lag stundenlang dösend auf dem Sofa. Weil ich es nur mit unerhörter Mühe vom Bett zum Bad schaffte, ließ ich mich am Sonntagnachmittag zum Besuch einer Bereitschaftspraxis überreden.

Plötzlich und unerwartet fand ich mich danach in der Notaufnahme einer Klinik wieder. An den vielen Wartenden vorbei wurde ich sofort in ein Behandlungszimmer gerufen, in dem Fachkräfte die Untersuchung in einer Röhre vorbereiteten. „Sie müssen sich keine Sorgen machen, ich fahre Sie nur im Bett umher, weil ich sowieso dorthin muss…“. Diesen Satz fand ich damals sehr seltsam, weil meine Sorgen eher dem Stundenplan des folgenden Tages galten. Heute weiß ich, dass mich jede Bewegung dem Tod näher gebracht hätte. Mir war unglaublich kalt. Und müde, sehr müde war ich auch.

Plötzlich und unerwartet wurde ich mitten in der Nacht auf eine Station verlegt und dort von vielen Menschen intensiv und auffallend leise mit köstlichem Sauerstoff aus der Flasche versorgt, an piepsende Geräte mit leuchtenden Linien verkabelt und für flüssige Medikamente angepikst. Dann schlief ich auch schon ein. Zehn Tage später durfte ich das Krankenhaus verlassen, musste jedoch bis zum Weihnachtsfest zu Hause bleiben. In dieser Zeit übte ich laufen, Treppen steigen und die kleinen Dinge des Alltags, duschen beispielsweise. Als ich endlich auch ein paar Meter Fahrrad fahren konnte, war mir klar, dass ich zu Beginn des neuen Jahres wieder arbeiten wollte. In all‘ den Wochen bis dahin blieb der Computer aus. Es fehlte die Kraft, die ich nicht

plötzlich und unerwartet wieder fand, sondern die sich langsam wie ich zurück in das Leben schlich. Inzwischen schreibe ich wieder täglich an meiner Arbeit, zwar nicht mehr stundenlang wie vorher, aber regelmäßig. Und langsam, sehr langsam. Weil ich nun aber weiß, wie

plötzlich und unerwartet das Leben vorbei sein kann, ich mich aber vor dem Tod nicht (mehr) fürchten muss, habe ich nur noch einen Wunsch: Bleibt gesund!

Lazarus über Tanz als Spiel

Vor fast fünf Jahren waren sowohl eine Interviewperson als auch ich uns im Augenblick des Gespräches nicht ganz sicher, ob Tanzen ein Spiel sei. Diese Frage geisterte mir, umgeben von weiteren Themen, seitdem durch den Kopf. Inzwischen habe ich im Text „Über die Reize des Spiels“ von Moritz Lazarus (1883; feinstes Sütterlin) eine vorläufige Antwort gefunden. Read more »

Angabe von Quellen bei eigenen Abbildungen

Man kann es auch übertreiben mit der Angabe von Quellen. Aber so was von! Als sich unter verschiedenen eigenen Abbildungen in meiner Arbeit die Quellenangaben in mehreren Zeilen stapelten, wohlgemerkt mit kleinerer Schriftgröße als im Fließtext und ohne Seitenzahl!, dachte ich: Hier stimmt etwas nicht. Das haste noch nirgends gesehen, was aber nichts heißen muss. Read more »

Inhaltsverzeichnis statt Zeitplan

Vor ein paar Tagen flog per Twitter ein feiner Beitrag aus dem empfehlenswerten Blog Coachingzonen-Wissenschaft von Jutta Wergen mit dem Titel Schreib-Ziel-Plan für die Dissertation ein. Ein solcher Plan soll Orientierung beim Schreiben bieten und die Motivation fördern, wenn es denn zu Schwierigkeiten mit der Schreiblust kommen sollte. „Eine Promotion dauert immer länger als gedacht“, schreibt Wergen und weiter: Read more »

Verwirrung zwischen der Methode Vor-Lesung und der Sozialform Frontalunterricht innerhalb der Lehrveranstaltungsart Vorlesung

Daran, dass es nie nicht keine einheitliche Definition von irgendwas in der Literatur gibt, kann man sich vielleicht irgendwann gewöhnen. Worüber ich aber neuerdings jedes Mal stolpere, ist die irrtümliche Verwendung der Begriffe Methode und Sozialform im Zusammenhang mit den Wörtern Vorlesung und Frontalunterricht. Nach Methode kann hier nur Vorlesung, nach Sozialform nur Frontalunterricht folgen. Aber nie nicht und niemals die Kombination aus Methode und Frontalunterricht. Warum? Read more »

Kein Zugriff: Konrad Jacobs (1976)

Update 23.04.2019: Artikel erhalten. Die Angaben zum Original sind im (Sekundär-)Beleg leider nur teilweise richtig.

In verschiedenen Foren wird von Studierenden regelmäßig nach dem richtigen Umgang mit Sekundärzitaten gefragt. Meistens heißt es als Begründung, die Originalquelle sei nicht zu beschaffen und jedesmal denke ich nur kurz: Hmm… Read more »

Alle Quellen mit Seitenzahlen belegen

Als ich vor langer Zeit einen Artikel in Gemeinschaftsarbeit verfasste, unterschieden sich die Abschnitte der Co-Autoren von meinen Absätzen formal durch die Angabe bzw. die fehlende Angabe von Seitenzahlen bei indirekten Zitaten (Paraphrasen). Zu jenem Zeitpunkt hatte ich mir irgendwie angewöhnt, generell und überall die Seitenzahlen hinter Autoren und Jahresangaben zu klatschen, damit ich die Textstelle im Ernstfall Read more »

Zweifel ohne Ende

Vor einiger Zeit sehe ich sie zum ersten Mal vor meinem Flötenraum: Eine junge Frau, die auf ein Kind aus der Klasse wartet und in der Pause mit der Lehrkraft redet. Elterngespräch, denke ich, und kümmere mich um meinen Unterricht. Nach ein paar Wochen frage ich mich, warum die Mutter ständig in die Schule bestellt wird, weil sie Stunde für Stunde dort wartet. Read more »

Völlig losgelöst II

Zweite Strophe

„… Die Erdanziehungskraft ist überwunden
Alles läuft perfekt, schon seit Stunden
Wissenschaftliche Experimente
Doch was nützen die am Ende Read more »

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