Nur einmal Flechsig, bitte!

Update 07.11.2018 – Sesam, öffne dich!: Der Raum mit dem Handapparat ist tatsächlich frei zugänglich. Die Bücher befinden sich jedoch in einem riesigen Schrank mit abgeschlossenen Glastüren. Ich stehe vor einem Schatz und komme nicht ran! In meiner Verzweiflung spreche ich ungeniert fremde Männer an, die mir prompt helfen: Sie öffnen die Türen zum Bücherschrank und stellen PC und Scanner für den Gastzugang ein. Ich hab‘ den Flechsig. Ein Hoch auf die Physik-Didaktik der Universität Regensburg!

Es ist zum Haare raufen! Wieder einmal gibt es in der Bibliothek nur ein einziges Exemplar eines bestimmten Buches über Didaktik*. Dieses Buch steht im Handapparat einer professoralen Lehrkraft der Naturwissenschaften und ist nicht ausleihbar. In der Bestellmaske wird mir die Option Fernleihe angezeigt, doch mein Antrag auf Fernleihe wird negativ beschieden, weil das Buch ja an der Universität vorhanden ist. Mir wird von einem Bearbeiter der Bibliothek per Mail empfohlen, mit der professoralen Lehrkraft Kontakt aufzunehmen, da das Buch in einem Raum frei zugänglich wäre. Sprechzeiten nach Vereinbarung. Bürozeiten fehlen auf der Website und mit den angegebenen Telefonnummern habe ich keinen Erfolg. Der Bearbeiter kommt jedoch nur zu Hilfe, wenn mir die Einsicht in das Buch nicht gewährt würde. Hmm, wenn das Buch frei zugänglich ist, warum sollte mir die Einsicht verwehrt werden? Schließlich gibt es Einsicht auch online, jedoch ohne Seitenzahlen. Und warum gibt es an einer Hochschule, die Lehramtsstudiengänge anbietet, nur ein einziges, frei, aber schwer zugängliches Exemplar von diesem Buch? *Ich kann so nicht arbeiten!*

*Flechsig, K.-H. (1996). Kleines Handbuch didaktischer Modelle. Eichenzell: Neuland.

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Leitfaden Versionen

Während heute mein Unterricht wegen Evakuierung der Schule und Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg flöten geht, nutze ich die unverhoffte Zeitzugabe für die Ablage von zwei Versionen des Leitfadens für Dozierende zum Einsatz von Spielen in der Vorlesung. Nachdem die Handlungsanleitung aus den Ergebnissen der bisherigen Untersuchung abgeleitet wurde, konnte er nach einer internen Prüfung durch Mitglieder unserer Forschungsgruppe überarbeitet werden. Die erste Version vom 10. März 2016 (hier) stellte die Grundlage für das externe Audit durch fünf Dozierende verschiedener Hochschulen und Fachrichtungen dar. Ziel dieser Überprüfung war ein Praxistest der Handlungsanleitung. Allerdings konnte die Umsetzung dieses Vorhaben bisher lediglich mit zwei Dozierenden in einer Vorlesung durchgeführt werden. Da sich aber in Workshops und per Mail die Anfragen nach Bereitstellung des Leitfadens häufen, habe ich mich zur Veröffentlichung der aktuellen, vorläufigen Fassung in diesem Blog entschieden (hier). Über Fragen und Anregungen zum Leitfaden oder Erfahrungen im Umgang mit der Handlungsanleitung und den Einsatz von Spielen in der Vorlesung freue ich mich jederzeit. Bei „sachgemäßer“ Anwendung sollten Hörsaalspiele zu einer Bombenstimmung im Hörsaal führen – selbstredend im übertragenen Sinn.

Externes Audit II.

Vor zwei Jahren habe ich mit Simone aus unserer Forschungsgruppe playgrouphd darüber nachgedacht, wie wir die Produkte unserer Arbeit für die Praxis prüfen lassen können (hier). Inzwischen haben wir den Weg des Externen Audits verfeinert, den ich am Beispiel meiner Handlungsanleitung beschreibe: Der „Leitfaden für den Einsatz von Spielen in der Vorlesung“ wurde auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse verfasst (Produkt t1) und anschließend in einem Internen Audit von Mitgliedern der Forschungsgruppe diskutiert. Auf der Basis der analysierten und dokumentierten Ergebnisse des Internen Audits wurde der Leitfaden verändert (Produkt t2). Dozierende verschiedener Hochschulen, mit und ohne Erfahrung mit Spielen in der Vorlesung, erhielten daraufhin den modifizierten Leitfaden zur Beurteilung mit Blick auf die praktische Durchführung (Externes Audit). Die Analyse und Dokumentation der Ergebnisse dieses Externen Audits führte zu weiteren Änderungen des Leitfadens (Produkt t3). Der Leitfaden wurde daraufhin einem Praxistest unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass der Umgang mit dem Leitfaden von den Dozierenden in der Praxis flexibel gehandhabt wird, indem die Lehrenden selbständig Anpassungen der Vorschläge aus der Handlungsanleitung an die eigene Vorlesung vornehmen. Der Idealfall ist erreicht. Das folgende Schema stellt den Prozess des gesamten Audits dar:

Audit Grafik 170207

Playground 8: Willkommen zur Gruppenarbeit!

Das heutige Treffen unserer Forschungsgruppe fand aus organisatorischen Gründen online statt. Ein Hoch auf die digitalen Möglichkeiten! Meine Vorbereitung war von der Frage getragen, wie die Ergebnisse aus der Literatur mit den entwickelten Hörsaalspielen in Einklang zu bringen sind (Folien hier).

Gruppenarbeit bedeutet für Lehrende, bestimmte Aufgabentypen zu stellen, die die Zusammenarbeit der Lernenden erforderlich machen. Wenn alle Teilnehmenden für sich an einer Lösung arbeiten, dann ist das also keine Gruppenarbeit. Auch dann nicht, wenn sie in Gruppen zusammensitzen. Ein Beispiel für „echte“ Gruppenarbeit sind Bildergeschichten im Fremdsprachenunterricht. Jede Person aus der Gruppe erhält ein Bild und die Teilnehmenden tauschen sich durch gegenseitiges Fragen in der jeweiligen Fremdsprache, über die richtige Reihenfolge der Geschichte aus. Dieser Aufgabentyp nennt sich Informationslücken schließen. Ein anderes Beispiel ist die Aufgabenstellung, Entscheidungen treffen. Dieser Aufgabentyp lässt sich in kleinen sozialen Projekten verwirklichen, wie es die Gestaltung von Broschüren, Wandzeitungen oder Klassenfeiern darstellt. Die Lernenden müssen selbst entscheiden, wer, wann, wie und welchen Teil sie zur Lösung dieser Aufgabe beitragen.

Bei der Übertragung dieser beiden Aufgabentypen auf Hörsaalspiele war ich zunächst ziemlich ratlos. Beispiel: Im Hörsaalspiel Schlagzeile soll der Inhalt der Vorlesung kurz und knapp in einer Schlagzeile zusammengefasst werden. Jeweils drei Studierende stellen ein Team aus Redakteuren einer Fachzeitschrift dar, überlegen sich eine Überschrift, die den Kern der Vorlesung zusammenfasst und bestimmen, nachdem sie aufgestanden sind und die Schlagzeile genannt haben, die nächste Gruppe. In diesem Spiel werden Informationslücken nur geschlossen, wenn jemand den Inhalt der Vorlesung verpennt hat. Es müssen jedoch folgende Entscheidungen getroffen werden: Welche Fachzeitschrift soll ausgewählt werden? Welches Teilthema der Vorlesung soll zusammengefasst werden? Welche Schlagzeile passt am besten zum Thema? Welche Gruppe soll als nächste ihre Ergebnisse vorstellen?

An dieser Stelle tauchte bei mir das Problem auf, dass die Aufgabenstellung durchaus auch allein von den Zuhörenden gelöst werden kann, es sich bei diesem Spiel also gar nicht um „echte“ Gruppenarbeit handelt. Aber: Die Aufgabe kann allein nicht so ausgeführt, dass möglichst viele Studierende vor dem Plenum und mit der Sicherheit einer Kleingruppe zu Wort kommen! Ha! Nach dem Treffen mit Esther, Simone, Nando, Nico und Simon war mir die Lösung klar, wofür ich den Mitgliedern der playgroup Heidelberg sehr dankbar bin, und das, liebe Leute, ist „echte“ Gruppenarbeit!

Workshop im Didaktikzentrum Ingolstadt

Am 02.11.2017 durfte ich im Didaktikzentrum Ingolstadt (DiZ) einen Workshop zum Thema Hörsaalspiele durchführen. Schon meine Vorbereitung wurde durch die Mitarbeiterinnen des DiZ in sehr angenehmer Weise unterstützt und diese Freundlichkeit fiel mir auch am Seminartag positiv auf. Read more »

Video Hörsaalspiel Sinnbild

Die Idee zu dem Hörsaalspiel Sinnbild fand ich im „Methodenkoffer“ der Hochschule Bochum (hier). Dort gibt es ein eigenes IMT – Institut für Mathematik- und Technikdidaktik, welches demnächst in ein ISD – Institut für Studienerfolg und Didaktik übernommen werden soll. Na, jedenfalls steht auf Seite 11 der Vorschlag, abstrakte Themen einfach szenisch darzustellen und mit verschiedenen Sinnen wahrzunehmen. Dadurch würde sich ein neuer Zugang zum Thema ergeben und das Verständnis vertiefen. Die Spielversion kann mit oder ohne Element Wettbewerb durchgeführt werden und die Anleitung zu diesem Rollenspiel gibt es hier:

 

Video Hörsaalspiel Klausurspiel

Mit der Nr. 13 gehe ich zurück zu den Anfängen. Das Klausurspiel ist ein Hörsaalspiel in Reinkultur. 2010 brachte uns Frau Prof. Dr. Claudia Witt im Modul 1A des Studienganges BA Bildungswissenschaft an der FernUniversität in Hagen das erste Mal auf die Idee, uns mittels Klausurspiel auf die Prüfung vorzubereiten. Das setzte sich im Modul 1B bei Monika E. König fort und endete mit dem Klausurspiel Statistik im Hammermodul 1D im Jahre 2012 (hier). Für Dozierende ergibt die Durchführung dieses Hörsaalspiels nicht nur Feedback über den Leistungsstand der Studierenden, sondern auch einen Berg von möglichen Prüfungsfragen.

Video Hörsaalspiel Wahr oder falsch?

Für spielerfahrene Dozierende und Studierende:

Video Hörsaalspiel Activity

Video Hörsaalspiel Wer weiß mehr?

Ein Spiel mit digitalen Medien? Bitte, gerne!

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