Eingereicht

Vor einem Jahr beendete ich die Rohfassung (hier) und wartete fortan auf die Rückmeldungen der Korrekturleser. Über fehlende Buchstaben oder Satzzeichen konnte ich mich angesichts der Menge schon gar nicht mehr aufregen, doch dieses „Hä? Verstehe ich nicht!“ war jedes Mal frustrierend. Man denkt doch beim Schreiben, och, alles klar und dann versteht das keiner. Besonders auffällig war das beim Roten Faden. Während ich meinte, die Übergänge fein zu stricken und damit die Abschnitte miteinander zu verweben, sahen andere nur Einzelteile. Himmel hilf! Was macht man denn dann? Ein Tipp war, es so zu erklären, als hätte der Leser keine Ahnung. Nun ja.

Durch verschiedene Änderungen, wie z. B. neues Schreibprogramm, neue Reihenfolge von Abschnitten und Löschen/Einfügen von Texten oder Abbildungen, verschob sich nicht nur das Layout. Auch die Verweise auf Abschnitte, die es nun gar nicht mehr gab oder die mit einer anderen Nummer versehen wurden, änderten sich. Das waren Grüße direkt aus der Hölle! Aber, kurz vor der Abgabe musste ich doch noch einige technische Sachen probieren und siehe da: Ich kann jetzt nicht nur unterschiedliche Kopfzeilen, sondern darin auch Seitenzahlen wechselseitig einfügen. 🙂

Apropos Aufwand: Zur Weihnachtszeit begannen wir in der Schule, die Kinder im Corona-Lockdown mit Videos zu versorgen. Zeitlich passte das natürlich gar nicht, doch durch das Modul 1 im Studiengang eEducation – Bildung und Medien an der FernUniversität in Hagen hatte ich zumindest eine gute Grundlage für diese Aktion. Der damalige Aufwand hat sich also auch voll rentiert. Im Vergleich sind die Zeichnungen in den Videos für die Kinder sogar besser geworden als die Abbildungen in den Filmen zu den Hörsaalspielen. Naja.

Zum zeitlichen kam der finanzielle Aufwand: Am Anfang diesen Jahres musste ich mich zwischen neuer Brille und neuem Laptop auf gleichem Preisniveau entscheiden. Ich hing an meinem alten Laptop, der mich von Anfang an bei der Arbeit begleitete und nun schwächelte. Er brauchte morgens länger als ich für den Start in den Tag und abends zum Abschalten ebenso. Außerdem stürzte ständig das Programm ab. Die Lösung lag im Kauf einer Brille und einem Laptop als Leihgabe.

Finanziell kann auch der Druck der Arbeit ziemlich ins Gewicht fallen. Das hängt u. a. vom Gewicht, also der Gesamtseitenzahl, ab. Und da kann ich mir für die nächste Arbeit nur raten: Fasse Dich kurz! Dieses Motto hätte an einigen Stellen auch der aktuellen Arbeit gut getan. Beinahe eine Woche war ich auf der Suche nach einer Druckerei. Die Kosten lagen durchweg auf der Brillen/Laptop-Ebene. Am Ende aber ging alles sehr schnell: Drei Stunden für Druck und Bindung im einzigen Laden, der überhaupt Buchmappen in der entsprechenden Größe und Farbe vorrätig hatte. Danach ab zur Post und bloß nicht mehr nach Fehlern suchen.

Korrekturphase

Die Rohfassung ist seit dem Sommer fertig und wird seitdem einer Korrektur nach der anderen unterzogen. Es ist unglaublich, wie viele Fehler ein Text enthalten kann! Noch schlimmer, weil ziemlich peinlich, ist nur noch die Art des Fehlers, zum Beispiel die „echten“: Grad statt Grat. Himmel hilf! Fehlt ein Verb im Satz oder ein Komma, ist ein Punkt zu viel, finden sich grammatikalische Unebenheiten, weil der Satz noch einmal umgestellt wurde usw., dann kann das vielleicht den Flüchtigkeitsfehlern zugeordnet werden. Dennoch ärgerlich.

Nun ist es ja so, dass man den Text üblicherweise vor der Weiterleitung an einen Korrektor selber kontrolliert, z. B. durch Lesen an einem anderen Gerät oder in einer anderen Schriftart bzw. -größe. Bei der Rückgabe kann ich dann kaum glauben, solche Böller übersehen zu haben. Automatisch rege ich mich also jetzt beim Lesen anderer Arbeiten weniger darüber auf, wenn ich dort mal über nur einen Fehler stolpere.

Interessant finde ich, dass verschiedene Korrektoren verschiedene Fehler finden. Was der eine übersieht, fällt dem anderen auf. Es scheint auch irgendwie kein Ende zu nehmen. Man könnte ja denken, dass die Arbeit nach x Korrekturen fehlerfrei wäre. Aber, nichts da. Nur so lässt sich für mich erklären, dass manche Lektorate nicht erwähnt werden wollen. Klingt ja auch ein wenig seltsam, wenn man dann noch Fehler findet. Zumindest für diejenigen, die diesen Prozess noch nicht erlebt haben.

Einen seltsamen Eindruck macht auf mich allerdings der Spaß, als Plagiatsschutz absichtlich Fehler in den Text einzubauen, wie es kürzlich in einem Forum diskutiert wurde. Mutig hingegen fand ich die Aktion eines Doktorbruders, der seine Arbeit ausschließlich selbst korrigierte. Das will ich meinen Lesern nicht zumuten.

28.06.2020: Rohfassung gegen alle Widerstände

Seit 14 Tagen ist der erste Entwurf meiner Arbeit fertig. Jeden Tag schaue ich, ob die Rohfassung noch da ist und jedes Mal verliert sich die Formatierung. Wahrscheinlich ist die Reparatur der Kick des Morgens. Es ist für mich noch nicht fassbar, dass ich es bis hierhin gegen alle Widerstände geschafft habe. Die technischen Hürden waren beispielsweise zuerst haushoch, aber mit Hilfe von Read more »

Eine Woche im Mai

650 km gen Norden

zwei Todesfälle †† Read more »

Plötzlich und unerwartet: 09.11.2019

Plötzlich und unerwartet ist eine Redewendung aus Todesanzeigen. Vor drei Monaten ging ich am frühen Sonnabend in den Keller.

Plötzlich und unerwartet wurde es dunkel. So dunkel, dass ich mich eine Weile nicht mehr bewegen konnte. Irgendwann kroch ich auf Händen und Knien die Treppe hoch und lag stundenlang dösend auf dem Sofa. Weil ich es nur mit unerhörter Mühe vom Read more »

Lazarus über Tanz als Spiel

Vor fast fünf Jahren waren sowohl eine Interviewperson als auch ich uns im Augenblick des Gespräches nicht ganz sicher, ob Tanzen ein Spiel sei. Diese Frage geisterte mir, umgeben von weiteren Themen, seitdem durch den Kopf. Inzwischen habe ich im Text „Über die Reize des Spiels“ von Moritz Lazarus (1883; feinstes Sütterlin) eine vorläufige Antwort gefunden. Read more »

Angabe von Quellen bei eigenen Abbildungen

Man kann es auch übertreiben mit der Angabe von Quellen. Aber so was von! Als sich unter verschiedenen eigenen Abbildungen in meiner Arbeit die Quellenangaben in mehreren Zeilen stapelten, wohlgemerkt mit kleinerer Schriftgröße als im Fließtext und ohne Seitenzahl!, dachte ich: Hier stimmt etwas nicht. Das haste noch nirgends gesehen, was aber nichts heißen muss. Read more »

Inhaltsverzeichnis statt Zeitplan

Vor ein paar Tagen flog per Twitter ein feiner Beitrag aus dem empfehlenswerten Blog Coachingzonen-Wissenschaft von Jutta Wergen mit dem Titel Schreib-Ziel-Plan für die Dissertation ein. Ein solcher Plan soll Orientierung beim Schreiben bieten und die Motivation fördern, wenn es denn zu Schwierigkeiten mit der Schreiblust kommen sollte. „Eine Promotion dauert immer länger als gedacht“, schreibt Wergen und weiter: Read more »

Verwirrung zwischen der Methode Vor-Lesung und der Sozialform Frontalunterricht innerhalb der Lehrveranstaltungsart Vorlesung

Daran, dass es nie nicht keine einheitliche Definition von irgendwas in der Literatur gibt, kann man sich vielleicht irgendwann gewöhnen. Worüber ich aber neuerdings jedes Mal stolpere, ist die irrtümliche Verwendung der Begriffe Methode und Sozialform im Zusammenhang mit den Wörtern Vorlesung und Frontalunterricht. Nach Methode kann hier nur Vorlesung, nach Sozialform nur Frontalunterricht folgen. Aber nie nicht und niemals die Kombination aus Methode und Frontalunterricht. Warum? Read more »

Kein Zugriff: Konrad Jacobs (1976)

Update 23.04.2019: Artikel erhalten. Die Angaben zum Original sind im (Sekundär-)Beleg leider nur teilweise richtig.

In verschiedenen Foren wird von Studierenden regelmäßig nach dem richtigen Umgang mit Sekundärzitaten gefragt. Meistens heißt es als Begründung, die Originalquelle sei nicht zu beschaffen und jedesmal denke ich nur kurz: Hmm… Read more »

%d Bloggern gefällt das: